Mallorca bleibt im Volleyball erstklassig

Startplatz in der Superliga gesichert. Meister Can Ventura kann nach dem Abschied von Mäzen Damià Seguí aber nicht mehr unter diesem Namen antreten

18.06.2017 | 02:30
Bei der Meisterfeier standen Damià Seguí (li.) und Marcos Dreyer noch Seite an Seite.

Wenn auf Mallorca erfolgreich Volleyball gespielt wird, dann hat zumindest bei den Männern Damià Seguí seine Hände im Spiel. „Keiner liebt diesen Sport so wie ich", so  der ehemalige Besitzer der Showbühne Son Amar in einem früheren MZ-Interview.

Drei Mannschaften führte der heute 81-Jährige an die Spitze der spanischen Liga: in den 80er-Jahren eine Mannschaft seiner Mitarbeiter von Son Amar, vor zehn Jahren den CV Pòrtol und in der abgelaufenen Saison Can Ventura. Son Amar und CV Pòrtol lösten sich auf, nachdem Seguí aus den Vereinen austrat. Das gleiche Schicksal drohte nun Can Ventura. Nach dem Abschied von Seguí stand die Existenz des Clubs auf der Kippe.

Doch nun hat Trainer Marcos Dreyer am Donnerstag (15.6.) eine Lösung gefunden und das Team vorerst in der ersten Liga eingeschrieben. Als Can Ventura darf Palmas Verein allerdings nicht mehr antreten.

Vor einer Woche verkündete Seguí, dass er sein Amt als Präsident des amtierenden spanischen Meisters niederlegt und den Verein auch nicht weiter finanziell unterstützt. „Ich gehe, und Can Ventura verschwindet", wendete sich Seguí mit einer Karte am Freitag (9.6.) an die Öffentlichkeit. Der Mäzen hatte das Team vor drei Jahren übernommen und zu zwei Aufstiegen und zur Meisterschaft geführt.

Die MZ erreichte Seguí am Dienstag (13.6.) per Telefon. „Heute ist mein letzter Tag als Präsident, dann wird der Verein beim spanischen Verband gestrichen", sagte er. Seine Entscheidung sei gesundheitlich bedingt. „Ich bin krank. Der Arzt meinte, wenn ich so weitermache, erlebe ich das Ende der nächsten Saison nicht."

Spieler und Verantwortliche des Vereins zeigen sich wenig begeistert darüber, dass Seguí über ihren Kopf hinweg den Club auflösen will. Trainer Marcos Dreyer kämpft verbissen um eine Zukunft der Mannschaft ohne den Mäzen. „Das Problem ist Seguí selbst. Nur er kann als Präsident das Team in der ersten Liga melden", sagte er. Das will wiederum Seguí nicht, da er dann finanziell für den Club bürgen muss und nicht glaubt, dass Can Ventura genügend Sponsoren findet.

Bereits vor wenigen Wochen gab Seguí bekannt, dass das Team trotz der Qualifikation nicht im europäischen Wettbewerb antreten wird. Das begründete der Präsident mit den steigenden Flugkosten. In der abgelaufenen Saison flog das Team dank einer Abmachung mit der mallorquinischen Fluggesellschaft Air Europa kostenlos. Für die kommende Saison will die Fluglinie das Sponsoring der Inselvereine herunterfahren. Seguí beklagte zudem, dass der Verein von der Stadt kein Geld erhalte.

Laut des 81-Jährigen sind mindestens 500.000 Euro als Budget für eine Saison notwendig. „Meinen besten Spielern habe ich 35.000 Euro gezahlt. Durch Prämien konnte sich das Gehalt auf bis zu 50.000 Euro steigern." 14 Spieler umfasste der Kader in der abgelaufenen Saison.

Marcos Dreyer hat bereits in den vergangenen Monaten um Sponsoren geworben, damit der Club nicht ausschließlich von Seguí abhängig ist. Der Brasilianer meint, dass er mit einem Etat von 200.000 Euro ein vergleichbares Niveau wie in der vergangenen Spielzeit erreichen kann.

Der Trainer steht beim Kampf um den Erhalt des Clubs nicht allein da. Einige Spieler haben gemeinsam mit dem Fanclub eine Online-Petition auf der Plattform www.change.org gestartet. „Wir wollen Aufmerksamkeit erzeugen und den Verein für Sponsoren interessant machen", sagte Mitinitiatorin Andrea López. Dafür hatte während der Saison schon der Erfolg des Teams gesorgt. Von anfänglich 300 Fans in der Sporthalle Germans Escalas steigerte sich der Zuspruch auf mehr als 3.300 Zuschauer im Meisterschaftsfinale am 28. April gegen Almería in der Halle von Son Moix.

Den ersten Schritt zur Rettung hat Marcos Dreyer am Donnerstag (15.6.) geschafft. Er hat das Team für die kommende Saison in der ersten Liga eingeschrieben. Da der Trainer den Verein von Damià Seguí loslösen will, muss Can Ventura aufgelöst werden und unter neuem Namen neu gegründet werden. Dieser steht noch nicht fest. "Jetzt müssen wir erst einmal Sponsoren suchen und ein schlagkräftiges Team zusammenstellen", sagte Dreyer.

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