Mit Bakterien gegen Prozessionsspinner

Der Kampf beginnt mit einem biologischen Pestizid, das Bienen nicht schaden soll

20.10.2016 | 12:03
Im Moment sind erste Nester der lästigen Viecher zu sehen.

Die balearische Naturbehörde Ibanat hat in den Wäldern auf Mallorca mit einer Kampagne zur biologischen Schädlingsbekämpfung begonnen, die sich gegen die lästigen Prozessionsspinner richtet. Mit der Aktion wollen die Forstarbeiter verhindern, dass die Raupe, deren feinen Härchen bei Kontakt unangenehme allergische Reaktionen bei Menschen und Tieren auslösen, im Frühjahr wieder zur Plage wird.

Bis Ende Oktober besprühen die Forstarbeiter zunächst ausgewählte wie Picknickplätze, Zugänge zu Wanderhütten und einzelne Baumgruppen, an denen die Gefahr eines Kontakts zwischen Raupe und Mensch besonders hoch ist. Dabei setzen die sie die Bakterie Bacillus thuringiensis kurstaki, BTK), die für andere Insekten, insbesondere für Bienen, unschädlich ist.

Hintergrund: Prozessionsspinner-Raupen - Gifthärchen auf Wanderschaft

Dieses biologische Pestizid wird nicht aus der Luft gesprüht. Fahrzeuge transportieren den 400-Liter-Tank, die Bakterie wird von den Mitarbeitern per Hand mit Schläuchen gesprüht. Um wirksamen Schutz zu gewährleisten, muss die Maßnahme an derselben Stelle innerhalb von zehn Tagen wiederholt werden.

An Orten, an denen die Zufahrt mit den Fahrzeugen nicht möglich ist, entfernen die Ibanat-Mitarbeiter im November und Dezember die weißen Nester teilweise per Hand aus den Kiefern. Im Januar und Februar erfolgen dann vereinzelte Sprühkampagnen aus der Luft. /tg

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