Wo beginnt Luxus auf See?

Traumschiff ist nicht gleich Traumschiff. Luxus definiert jeder anders. Der Trend geht zu mehr Individualität

09.05.2016 | 08:28
Ob persönlicher Butler, exklusives Essen oder individuelle Erlebnisse: Luxus ist Geschmackssache.

Im Gegensatz zu anderen Reiseformen wird der Begriff Luxus im Zusammenhang mit dem Thema Kreuzfahrten für meinen Geschmack infl ationär benutzt. Schon ein einfaches Drei-Sterne Schiff mit einem Wochenpreis von 399 Euro pro Person und entsprechendem Ambiente sowie gastronomischem Niveau wird im allgemeinen Sprachgebrauch schnell zum Luxusliner oder Traumschiff. Schuld daran sind fehlendes Fachwissen und der elitäre Ruf, den Schiffsreisen bis vor zwei Jahrzehnten hatten. Der Doppelanlauf der beiden „Silversea"-Schiffe Anfang Mai und die hohe Dichte hochkarätiger Schiffe in diesem Monat gibt Anlass, darüber nachzudenken, ab wann es sich bei einer Kreuzfahrt wirklich um ein Luxusprodukt handelt.

Zunächst: Luxus ist Geschmackssache. Kaviar, Champagner und Smoking – das war gestern. Heute schätzen Luxusgäste die Möglichkeit, alles tun zu können, ohne dabei Zwängen ausgesetzt sein. Individualität ist die Maxime. Im Idealfall schlemmt man an einem Abend auf Sterne-Niveau und genießt am nächsten Tag ein Barbecue neben dem Pool. Niveauvolle Begegnungen und kulturelle Anregungen sind ebenso gefragt wie kluges Edutainment.

Zugleich will man sich überraschen lassen: Meine Frau und ich konnten auf einer Reise im vergangenen Herbst zum Beispiel erstmalig einen Butler-Service genießen. Ein Luxus, den ich mir im Vorfeld nicht unbedingt gewünscht hatte und der sicherlich kein Buchungsgrund war. Im Nachhinein zählt die individuelle und persönliche Betreuung durch Jerry, der für uns Tischreservierungen vornahm, das Frühstück in der Suite servierte, eine Krawattenauswahl bereitlegte und zum Reiseende auch das Gepäck vorbereitete, zu den ganz besonders angenehmen Erinnerungen an eine Reise auf sehr hohem Niveau.

Service: Kreuzfahrten ab Palma

Glaubt man den Katalogen der Reedereien, sind beinahe alle Schiffe mindestens auf Premium-Niveau unterwegs. Auch Volumen-Anbieter reklamieren das Prädikat „Luxus" für sich. Dabei ist erfahrenen Kreuzfahrern klar, dass die Unterbringung in Innenkabinen, zwei Tischzeiten, Tische für acht Personen, Plastikgeschirr oder aufdringliche Animation zwar einer gelungenen Reise nicht im Wege stehen müssen, aber mit Luxus nichts gemein haben.

Als hochwertig empfindet man eher ein gediegenes Ambiente, dezente Farbgestaltung und eine gewisse Großzügigkeit in der Gewährung von Leistungen. Das wird dann auch entsprechend honoriert. Der Service sollte kompetent, unaufdringlich und persönlich sein. Das Verhältnis zwischen Passagierzahl und CrewMitgliedern ist ebenso aussagekräftig wie die Relation von Gästen zum verfügbaren Platzangebot in den öffentlichen Räumen. Hier punkten besonders Boutique-Schiffe für bis zu 700 Passagiere.

Besonders die Betreiber kleiner Schiffe bieten meiner Meinung nach wirklich luxuriöse Kreuzfahrten. „Seabourn", „Seadream" und „Silversea" sind hierfür genauso Beispiele wie „Sea Cloud" mit den beiden Segelschiffen „Sea Cloud" und „Sea Cloud 2". Auf den Flüssen finden sich hochklassige Produkte besonders bei internationalen Anbietern wie „Scenic" und „Avalon" sowie neuerdings bei „Chrystal", die ihr Portfolio um Flussreisen erweitert haben.

Als bestes Schiff der Welt gilt die „Europa 2" gefolgt von der traditionelleren „Europa", beide von Hapag Lloyd Kreuzfahrten aus Hamburg. Bescheinigen tut dies der Branchenführer „Berlitz – Cruising & Cruise Ships 2016" des Herausgebers Douglas Ward. Der Brite verbringt beinahe das gesamte Jahr an Bord und bewertet gemeinsam mit seinem Team regelmäßig alle auf dem Markt verfügbaren Schiffe nach einem komplexen Bewertungsschema. Bindend für das Marketing der Reedereien sind diese Einschätzungen jedoch nicht.

Für den potenziellen Luxusgast bleibt ein weiterer Indikator – der Preis. Unter 400 Euro pro Nacht und Person ist ein wirklich exklusives Produkt nur in absoluten Ausnahmefällen verfügbar. Dafür ist das inkludierte Leistungsangebot dann aber so komplett, wie es auch hochwertige Resorts an Land nur sehr selten anbieten. /tg

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