Kreuzfahrten nach Mallorca: Luxus schwimmt oben

Auf noblen Kreuzfahrtschiffen gibt es keine Innenkabinen – über die kleinen, feinen Unterschiede zu den Massenpötten

09.09.2017 | 09:52
Echt luxuriös: Die "Seabourn Encore" wird am 15.9. in Palma erwartet.

Mit der erst 2007 getauften „Seabourn Encore" erwartet Palma am 15. September ein echtes Luxusschiff. Das „echt" ausdrücklich betont. Denn obwohl Kreuzfahrten längst im Massenmarkt angekommen sind, neigen noch immer viele Medien dazu, das Luxusattribut in der Kreuzfahrtbranche inflationär zu benutzen und das obwohl nur 10 Prozent des gesamten Angebotes in dieses Segment gehören. Trotzdem erhalten auch Mittel- und Komfortklasse-Schiffe häufig das Etikett „Luxusliner". Im Gegensatz hierzu würde kaum jemand auf die Idee kommen, ein Drei-Sterne-Hotel an der Playa de Palma oder in Can Picafort derart leichtfertig zu erhöhen. Grund genug, einmal zu betrachten, wie sich Luxus auf See heute definiert und welchen Mehrwert eine Reise auf einem Schiff wie der „Encore" für den Gast tatsächlich bietet.

Nun ist die Definition von Luxus auf Schiffen ebenso wie an Land durchaus subjektiv, jedoch gibt es Kriterien, die zur Bewertung allgemein herhalten können. Zuallererst geht es um das Schiff selbst; wie groß ist es, wie viele Passagiere können untergebracht werden und wie viel Raum bietet es pro Gast. Eine anerkannte Obergrenze, um ein Reiseerlebnis mit wahrem Luxusanspruch zu bieten, liegt momentan bei rund 1.000 Reisenden. Die meisten Luxusschiffe bewegen sich im Segment von 300 bis 700 Betten. Ältere Schiffe liegen häufig darunter. Zusätzlich zur Größe kommt es auch auf das Design und die Materialauswahl an. Dabei geht es nicht mehr um goldene Wasserhähne, sondern bei Neubauten wie der „Seabourn Encore" um ein möglichst lichtes und durchaus reduziertes Design im Yachtstil und die Verwendung hochwertiger Materialien. Wasserrutschen, Autoscooter und immer neue Superlative spielen bei den Luxusschiffen keine Rolle. Untergebracht werden die Gäste in dieser Kategorie fast immer in Suiten – auf der neuen „Encore" sind diese zwischen 28 und 121 Quadratmeter groß und verfügen grundsätzlich über eine private Veranda. Schiffe mit Innenkabinen können nicht mehr der Luxusklasse zugeordnet werden.

Neben diesen Hardware-Aspekten spielt aber auch die „Software", hier insbesondere ein persönlicher, individueller Service, eine wichtige Rolle. Messbar gemacht werden kann er mit dem sogenannten Passagier-Crew-Verhältnis, also der Zahl der Besatzungsmitglieder, die pro Passagier zur Verfügung stehen. Bei der „Encore" liegt das Verhältnis bei 2 zu 1. Zum Vergleich: Bei der „AidaPerla" ist das rechnerische Verhältnis 3,7 zu 1. Luxusschiffe zeichnen sich zudem durch eine besser ausgebildete und dienstbereitere Crew aus.

Auch die Struktur der Mitreisenden unterscheidet sich je nach Schiffssegment. Meist handelt es sich um internationales Publi­kum, das überwiegend aus ­Paaren jenseits der Vierziger besteht. Bis auf die „MS Europa 2" wenden sich die Luxusprodukte nicht wirklich an Familien, sie bieten weder spezielle Kinderprogramme noch Preisnachlässe für junge Gäste an. Steif muss es aber auch im Luxussegment nicht zugehen. Anbieter wie Seabourn schlagen nur noch selten einen formellen Dresscode vor und bieten dann auch noch attraktive Alternativen, um stilvolle Abende an Bord ohne Smoking und Abendkleid zu verbringen.

Ein deutlicher Trend ist hinsichtlich des gastronomischen Angebotes zu erkennen. Immer mehr Reedereien kooperieren mit bekannten Chefköchen in der Gastronomie. Hintergrund für diese imageträchtige Bordverpflegung ist auch das Preisempfinden in der Zielgruppe. Ein im Reisepreis eingeschlossenes Dinner bei Starköchen, die in den USA gerne einmal einen vierstelligen Preis für ein Abendessen zu zweit verlangen, stärkt das Empfinden, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen.

Allgemein erwartet werden darf eine frisch zubereitete, variantenreiche Küche, die auch auf längeren Reisen keine Wiederholungen beinhaltet. In der Regel gibt es mehrere Restaurants an Bord, sie haben lange Öffnungszeiten ohne Pausen und bieten viele Zweiertische und natürlich erlesene Weine an.

Viele exklusive Schiffe versuchen, mit Inklusivleistungen ihre Gäste zu überzeugen. So umfasst der Reisepreis auf der „Seabourn Encore" neben der Gourmet-Vollpension auch in den Spezialitäten-Restaurants oder mehrgängigen Menüs sogar in der eigenen Suite eine große Auswahl an Weinen und Spirituosen sowie Champagner (hier von Nicolas Feuillatte). In den Suiten warten Badartikel von Marken wie Molton Brown und Hermès. Ebenfalls bereits im Reisepreis eingeschlossen ist Wassersport von der schiffseigenen Marina am Heck, Strandpartys mit gegrilltem Hummer und das für die Reederei typische Kaviar-Event in der Meeresbrandung.

Trinkgelder werden übrigens nicht erwartet. Die Reisepreise sind dafür allerdings auch extrem hoch, so werden für die kleinsten Suiten auf einer Tour über das Mittelmeer 600 Euro pro Nacht und pro Person aufgerufen. Wer Glück hat oder weniger attraktive Routen bucht, erwischt auch einmal „Schnäppchen" ab 400 Euro. Die „Encore" verbringt übrigens die Wintersaison nicht in der Karibik, sondern in der Südsee und rund um Australien und Neuseeland.

Wer sich jetzt für eine echte Luxusreise interessiert, der findet deutschsprachige Angebote bei Hapag-Lloyd und Sea Cloud Cruises. International geht es auf den Schiffen von Seabourn, Silversea, Sea Dream, Crystal Cruises, Regent Seven Seas und künftig auch bei Reisen von Ritz-Carlton zu.

Die Anläufe im September:

  • 7.9. Jewel of the Seas (7–16 Uhr)
  • 7.9. Costa Neoriviera (10–21 Uhr)
  • 8.9. AidaAura (5–22 Uhr)
  • 8.9. Costa Fascinosa
  • (9–19 Uhr)
  • 9.9. AidaPerla (6–22 Uhr)
  • 9.9. TUI Discovery
  • (6–23 Uhr)
  • 9.9. Norwegian Epic
  • (13–20 Uhr)
  • 10.9. AidaStella
  • (5–22 Uhr)
  • 10.9. Riviera (8–18 Uhr)
  • 10.9. Seven Seas Voyager
  • (9–23 Uhr)
  • 11.-12.9. MSC Armonia
  • (15–1 Uhr)
  • 12.9. Thomson Majesty
  • (6–23 Uhr)
  • 12.9.-13.9. Costa Diadema
  • (9–1 Uhr)
  • 12.9.-13.9. MSC Orchestra
  • (14–00.30 Uhr)
  • 13.9. MSC Splendida
  • (15–23.59 Uhr)
  • 14.9. Costa Neoriviera
  • (10–21 Uhr)
  • 15.9. Mein Schiff 5
  • (4–22 Uhr)
  • 15.9. AidaAura
  • (5–22 Uhr)
  • 15.9. Seabourn Encore
  • (8–23 Uhr)
  • 15.9. Costa Fascinosa
  • (9–19 Uhr)
  • 15.9. Celebrity Constellation (10–18 Uhr)
  • 16.9. TUI Discovery
  • (6–23 Uhr)
  • 16.9. AidaPerla (6–22 Uhr)
  • 16.9. Norwegian Epic
  • (13–20 Uhr)
  • 17.9. Star Pride
  • (8–17 Uhr)
  • 18.9. MSC Magnifica
  • (9–14 Uhr)
  • 18.-19.9. MSC Armonia (15–1 Uhr)
  • 19.9. Thomson Majesty
  • (6–23 Uhr)
  • 19.-20.9. Costa Diadema (9–1 Uhr)
  • 19.-20.9. MSC Orchestra
  • (14–00.30 Uhr)
  • 20.9. MSC Splendida
  • (15–23.59 Uhr)
  • 21.9. AidaStella
  • (5–22 Uhr)
  • 21.9. Costa Neoriviera
  • (10–21 Uhr)
  • 22.9. AidaAura
  • (5–22 Uhr)
  • 22.9. Costa Fascinosa
  • (9–19 Uhr)
  • 23.9. TUI Discovery
  • (6–23 Uhr)
  • 23.9. AidaPerla (6–22 Uhr)
  • 23.9. Freedom of the Seas (9–21 Uhr)
  • 23.9. Norwegian Epic
  • (13–20 Uhr)
  • 24.9. AidaBella (5–23 Uhr)
  • 25.9. Mein Schiff 5
  • (4–22 Uhr)
  • 26.9. Thomson Majesty (6–23 Uhr)
  • 26.9. Norwegian Spirit
  • (8–15 Uhr)
  • 26.9. Westerdam
  • (8–17 Uhr)
  • 26.-27.9. Costa Diadema
  • (9–1 Uhr)
  • 26.-27.9. MSC Orchestra (14–00.30 Uhr)
  • 26.-27.9. MSC Fantasia (16–00.30 Uhr)
  • 27.9. Clio
  • (8.30–18 Uhr)
  • 27.9. MSC Splendida
  • (15–23.59 Uhr)
  • 28.9. Costa Neoriviera
  • (10–21 Uhr)
  • 29.9. Mein Schiff 3
  • (4–22 Uhr)
  • 29.9. AidaAura
  • (5–22 Uhr)
  • 29.9. Koningsdam
  • (9–21 Uhr)
  • 30.9. AidaPerla
  • (6–22 Uhr)
  • 30.9. TUI Discovery
  • (6–23 Uhr)
  • 30.9. Island Sky
  • (6–13 Uhr)
  • 30.9. Norwegian Epic
  • (13–20 Uhr)
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