Hunderte von Condor-Passagieren saßen tagelang auf Mallorca fest

Erst in der Nacht auf Dienstag (12.9.) wurden die letzten Fluggäste mit 50 Stunden Verspätung nach Köln gebracht. Andere warteten über 24 Stunden auf ihre Flüge nach Stuttgart und Düsseldorf

12.09.2017 | 18:10
Hunderte von Condor-Passagieren sitzen auf Mallorca fest.

Hunderte von Fluggästen der Fluglinie Condor haben tagelang auf Mallorca fest gesessen  und konnten teilweise erst in der Nacht von Montag auf Dienstag (12.9.) - mit rund 50 Stunden Verspätung - nach Deutschland fliegen.

Das Unternehmen bestätigte gegenüber der MZ zunächst zwei Flüge. Dabei handelte es sich um einen Flug nach Köln vom Samstag (9.9.) sowie um einen weiteren nach Stuttgart vom Sonntag (10.9.). Insgesamt seien 343 Fluggäste betroffen. Später bestätigte das Condor auch einen dritten Flug von Palma nach Düsseldorf, der wegen Vogelschlag 29 Stunden Verspätung hatte. Die Passagiere, die sich untereinander in WhatsApp-Gruppen organisierten, sprachen gegenüber der MZ von insgesamt vier Flügen. 

Anderesherum saßen auch hunderte von Passagieren in Deutschland fest, die eine Reise nach Mallorca geplant hatten. Eine Maschine, die am Sonntagmorgen von Köln Bonn nach Palma de Mallorca starten sollte, ging am späten Montagabend geplant. 

Die Reparatur eines technischen Defekts an der für den Flug nach Köln vorgesehenen Maschine habe länger gedauert als erwartet, erklärte ein Sprecher der Fluggesellschaft die Verzögerungen gegenüber der MZ. Zudem hätte zunächst eine Reihe von Ersatzteilen nach Palma geschafft werden müssen. Eigene oder externe Ersatzflugzeuge seien auf die Schnelle nicht verfügbar gewesen. Bei dem Flug nach Stuttgart handele es sich um eine "Folgeverspätung", da dieser Flug ursprünglich auf dem gleichen Flugzeug geplant worden war.

Mehrere Fluggäste, die ursprünglich mit dem Flug DE 1539 am Samstagabend (9.9., 23.45 Uhr) von Palma de Mallorca nach Köln fliegen sollten, beschwerten sich gegenüber der MZ über die spärlichen Informationen durch Condor. Zunächst sei der Flug Samstagnacht Stunde für Stunde verschoben worden, bis die Fluggäste ohne weitere Informationen in ein Hotel nach Muro gebracht wurden, berichten zum Beispiel Uschi und Ulf Nohl.

Den ganzen Sonntag hätten die Passagiere vergeblich am Airport warten müssen, berichtet Francina Nicolau Colom, eine der wenigen mallorquinischen Passagiere. "Es gibt auch Mütter mit Babys in dem Flug. Auf dem Airport gab es für sie kein Babybrei zu kaufen", berichtet sie empört. Die Familien hätten verzweifelt bei Acciona und den Restaurants nachgefragt, wo sie Nahrung für die Babys bekommen könnten. Aber niemand hätte ihnen eine Antwort geben können. Eine Apotheke, die außerhalb des Abflugbereichs lag, traute man sich nicht aufzusuchen, weil es hieß, man solle sich nicht weit vom Gate entfernen, da man sonst die Flug verpassen könne, so eine weitere Passagierin gegenüber der MZ.

Schließlich sei man am Abend nach einem frustrierenden Tag am Flughafen erneut in ein Hotel gebracht worden, diesmal nach Cala Ratjada, über eine Stunde vom Flughafen entfernt. Am Montagvormittag erhielten die Passagiere der Maschine DE1539 im Hotel schließlich die Information, sie würden in der Nacht auf Dienstag (1.45 Uhr) abfliegen und um 4.05 Uhr - mit 50 Stunden Verspätung - in Köln landen. 

Condor habe alles unternommen, um die Gäste möglichst schnell zu ihrem Ziel zu bringen und entschuldige sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten, so der Pressesprecher. Die Fluggäste würden entsprechend der geltenden Regeln entschädigt. Für die Strecke von Palma de Mallorca nach Köln seien das 250 Euro. Entgegen der Hoffnungen einiger Passagiere werde diese Summe pro ausgefallenem Flug und nicht etwa pro Tag ausgezahlt.   /tg /ck

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