Kollaps in der Notaufnahme im Krankenhaus Son Espases auf Mallorca hält an

Situation sei "unhaltbar", kritisieren Gewerkschafter. Einige Patienten warteten seit vier Tagen auf einen Platz im Krankenzimmer

Eine Pflegekraft im Krankenhaus mit Schutzkleidung

Eine Pflegekraft im Krankenhaus mit Schutzkleidung / DM

MZ

Die Überlastung der Notaufnahme im Landeskrankenhaus Son Espases auf Mallorca hält an. Wie die Gewerkschaft der Krankenpflegerpersonals (SAE) am Dienstag (5.7.) in einer Pressemitteilung erklärte, sei die Situation "unhaltbar". Aktuell drängten sich 147 Patienten in der Notaufnahme, 54 von ihnen sollten eigentlich schon lange auf die jeweilige Station verlegt werden - doch dort sei kein Platz. Laut SAE warten einige Patienten bereits seit vier Tagen auf ein Stationsbett.

Auch in dem abgetrennten Bereich für Corona-Infizierte in der Notaufnahme warten SAE zufolge sieben Patienten vergeblich darauf, in ein adäquates Behandlungszimmer zu kommen, einige von ihnen bereits seit mehr als 24 Stunden. Im Landeskrankenhaus Son Espases kommt es schon seit Jahren, besonders im Hochsommer sowie bei Grippewellen, zu Engpässen. Die Gewerkschaften sprechen von Fehlplanung und schlechtem Management; die Krankenhausleitung verweist auf Personalmangel und unterstreicht, dass trotz aller Probleme letztlich alle Patienten versorgt würden.

Viele Corona-Patienten und viele Urlauber

Hauptproblem sei der Platzmangel in der Notaufnahme, sowie eine zu geringe Anzahl verfügbarer Betten- mehrere Bereich im Krankenhaus Son Espases sind derzeit geschlossen. Hinzu komme der Anstieg der Patientenzahlen durch die siebte Corona-Welle, die derzeit auf Mallorca umgeht.

Anders als in der Vergangenheit, als wegen der Pandemie viele Nicht-Notfall-Operationen verschoben wurden, um dem Patientenansturm Herr zu werden, geht die Aktivität in den Operationssälen aktuell planmäßig weiter. Das habe zur Folge, dass zahlreiche benötigte Betten für frisch operierte Patienten geblockt seien. Erst am Ende des Tages, würden - wenn denn noch freie Betten übrig seien - Patienten aus der Notaufnahme auf die Stationen verlegt, berichtet die Krankenpfleger-Gewerkschaft. Zusätzlich verschärft werde die Situation durch das hohe Aufkommen von Urlaubern, die in Son Espases behandelt werden müssen.

"Auf der Intensivstation sind aktuell nur vier von 45 Betten frei, die für einen Notfall reserviert sind. Diese Zahlen sind unzumutbar, zumal wir seit Wochen fordern, dass Maßnahmen ergriffen werden", heißt es in der Pressemitteilung. Neben dem Platzmangel weist SAE auch auf das hohe Stresslevel hin, das die Überlastung des Krankenhauses für die Mitarbeiter bedeutet. Die Krankenhausleitung spiele mit der Gesundheit des Personals und der Nutzer, so SAE. /somo