17. Juni 2019
17.06.2019

Immobilien-Verkauf auf Mallorca und den Nachbarinseln geht zurück

Die Zahl der verkauften Wohnimmobilien sank im ersten Quartal um 11,7 Prozent. Es fehlt am Angebot

17.06.2019 | 13:04
Es wird zu wenig gebaut, finden Branchen-Vertreter.

Die Zahl der Verkäufe von Wohnimmobilien auf den Balearen-Inseln Mallorca, Menorca und Ibiza ist im ersten Quartal 2019 rückläufig. In den Monaten Januar bis April wurden 4.743 Immobilien verkauft. Das sind 11,7 Prozent weniger als im ersten Quartal 2018, wie aus den Zahlen des spanischen Statistikamts INE hervorgeht. Die Balearen stellen damit eine Ausnahme zum spanienweiten Trend dar. Landesweit wurden in den ersten vier Monaten des Jahres durchschnittlich 2 Prozent mehr Wohnimmobilien verkauft.

Bei den auf den Balearen verkauften Immobilien handelt es sich um 840 Neubauten (14 Prozent weniger als 2018). Im gleichen Zeitraum wurden 3.903 Bestandsimmobilien verkauft (11,2 Prozent weniger als 2018).

Natalia Bueno, Vorsitzende des balearischen Maklerverbandes, verweist als Erklärung auf die in den vergangenen Jahren stark angezogenen Immobilienpreise. Angesichts der zumeist niedrigen Gehälter und der geringen Sparquote könnten sich viele junge Erwachsene, aber auch Familien kein Eigenheim mehr leisten. Bei den Bestandsimmobilien käme hinzu, dass es an Wohnungen mangele, die nicht übermäßig alt seien und zudem über einen Parkplatz und einen Aufzug verfügten, so Natalia Bueno.

Auf mangelndes Angebot verweist auch Luis Martín, Vorsitzender der Vereinigung der Bauträger auf den Balearen (Proinba). Es gebe insgesamt zu wenig Bauprojekte, weil zu wenig Grundstücke zu Verfügung stünden. Bei Neubauten würde heute, unabhängig vom Preis, „alles verkauft, was auf den Markt kommt, selbst ab Plan".

Weitere Aspekte hebt Toni Gayà vom Verband der Hausverwalter (ABSI) hervor. Die Zurückhaltung der Käufer habe auch mit der Sorge zu tun, dass auf den Balearen angesichts sinkender Urlauberzahlen eine Wirtschaftsflaute bevorstehen könnte. Zudem würden viele potenzielle Käufer derzeit auf die von der Politik in Aussicht gestellten Sozialwohnungen warten.

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