26. April 2012
26.04.2012
Mallorca Zeitung

5.000 Demonstranten bilden Menschenkette zum Es-Trenc-Strand

Umweltschützer wollen den Bau eines Hotelkomplexes in Sa Rŕpita verhindern - Sitzstreik gegen Knöllchen

29.04.2012 | 14:55

Rund 5.000 Personen haben sich am Sonntagmittag (29.4.) an einer Demonstration gegen einen geplanten Hotelkomplex in Sa Ràpita an der Südküste von Mallorca beteiligt. Die Demonstranten bildeten eine Menschenkette, die vom Club Náutico in Sa Ràpita bis zum Naturstrand Es Trenc reichte. Aufgerufen zu dem Protest hatten die Umweltschutzorganisation Gob sowie weitere Vereinigungen. Notwendig waren für die Menschenkette laut den Initiatoren rund 1.500 Personen, gekommen seien rund 15.000. Bei der Polizei war von mehr als 5.000 Teilnehmern die Rede. In jedem Fall waren so viele Demonstranten gekommen, dass sie sich in mehreren Reihen aufstellen konnten.

Die Teilnehmer forderten, die Pläne für den 1.200-Betten-Komplex zu stoppen. Die Pläne seien völlig überproportioniert und fehl am Platze, kritisierte Margalida Ramis, Sprecherin des Gob. Es gebe genügend in die Jahre gekommene Tourismusgebiete auf Mallorca, die saniert und umgewandelt werden könnten. Das Ökosystem in der Gegend von Es Trenc sei schon jetzt durch den massiven Zustrom der Badegäste im Sommer gefährdet, so Ramis. Die Menschenkette, zu der vor allem in den sozialen Netzwerken wie Facebook aufgerufen worden war, werde nicht die letzte Aktion gegen die Hotelpläne sein.

Zu Zwischenfällen kam es, als Ortspolizisten der Gemeinde Campos Knöllchen für falsch geparkte Autos von Demonstranten an der Zufahrtsstraße nach Sa Ràpita verteilten. Für sie werden bis zu 90 Euro fällig. Die betroffenen Demonstranten reagierten nach einer ergebnislosen Diskussion mit den Beamten mit einem Sitzstreik und forderten in Sprechchören den Rücktritt des Bürgermeisters. Der Chef der Ortspolizei erklärte schließlich, dass die Strafzettel nicht bearbeitet würden.

Unter den Teilnehmern der Demonstration waren auch zahlreiche Vertreter der politischen Opposition auf Mallorca, unter anderem Francina Armengol, Generalsekretärin der Sozialisten auf den Balearen, und Biel Barceló, Generalsekretär der linksnationalistischen PSM. Der Bürgermeister von Campos und Befürworter des Projekts, Sebastià Sagreras (Volkspartei, PP), verwies darauf, dass die heutigen Oppositionsparteien in der vergangenen Legislaturperiode die Änderung des Raumordnungsplans zugelassen hätten. Zudem kritisierte der Bürgermeister, dass Demonstranten auch die geschützten Dünen betreten hätten.

Der Inselrat auf Mallorca hatte am 12. April mit der absoluten Mehrheit der regierenden konservativen Volkspartei (PP) eine Änderung des Raumordnungsplan beschlossen, um das Hotel zu erlauben. Die Gemeinde Campos erhofft sich von dem Projekt einen wirtschaftlichen Aufschwung und verweist darauf, dass bei dem Hotelbau der Landschaftsschutz beachtet werde.

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