23. Oktober 2018
23.10.2018

Auf Mallorca öffnet bald das erste Frauenhotel der Insel

Im April 2019 soll die Unterkunft in Porto Cristo fertig sein. Die Idee dazu hatte man bei der Kette Som Hotels. Die MZ fragt beim Gründer nach

23.10.2018 | 01:00
Sie haben das erste Frauenhotel auf Mallorca erdacht und bauen es gerade auf: Joan Enric Capellà und die Frauen in seinem Team.

Ein Hotel nur für Frauen? Joan Enric Capellà fndet, dass die Zeit auf Mallorca dafür reif ist. Seine im Jahr 2014 gegründete Hotelkette Som eröffnet im kommenden April in Porto Cristo ein 39-Zimmer-Haus mit dem Namen Som Dona – das erste seiner Art auf Mallorca. Als Gäste zugelassen sind ausschließlich Frauen. Das muss er uns genauer erklären.

Sie wollen ein Hotel ausschließlich für Frauen eröffnen. Braucht es das wirklich?
Es ist ein Trend, den wir uns nicht ausgedacht haben, sondern der seit Jahren wächst. Es geht uns nicht darum, uns in irgendeiner Form für Frauenrechte oder den Feminismus einzusetzen, sondern darum, eine steigende Nachfrage zu befriedigen. Der Trend „Women only" beschränkt sich nicht nur auf Hotels. Inzwischen gibt es Fitness-Studios nur für Frauen, Co-Working-Büros, in denen nur Frauen arbeiten, und, und, und. Es verreisen auch immer mehr Frauen allein oder in rein weiblichen Gruppen, auch verheiratete Frauen oder Mütter.

Ist es ein Hotel für weibliche Gäste vom Baby- bis zum Rentenalter?
Es ist für Frauen ab 16 Jahren, also ein Adult-only-Hotel. Zu Beginn hatten wir es als Hotel für lesbische Frauen geplant. Wir haben uns von Kristin Hansen (Gründerin des lesbischen Ella-Festivals auf Mallorca, Anm. d. Red.) beraten lassen, und sie sagte uns ganz klar: Macht das nicht, lesbische Frauen schätzen es durchaus, wenn sie nicht nur unter ihresgleichen sind. Also haben wir davon Abstand genommen.

Glauben Sie, dass es auf Mallorca die Nachfrage für ein Frauenhotel gibt? Ein Hotel in Illetes versucht es seit ein paar Jahren eher halbherzig mit vier Zimmern für Frauen, andere Häuser ziehen bislang nicht nach.
Wir haben die weiblichen Gäste in unseren Hotels befragt, ob sie in einem reinen Frauenhotel Urlaub machen würden. Eine überwältigende Mehrheit hat mit Ja geantwortet.

Warum ist das so?
Manchmal wollen Frauen eben einfach mal unter sich sein. Kristin Hansen sagte uns, dass sich viele Frauen unwohl fühlen, wenn sie von Männern umgeben sind. Wir Männer merken das manchmal vielleicht gar nicht, aber wenn eine Frau einen Raum betritt, richten viele Männer ihren Blick auf sie. Ein Großteil der Frauen empfindet das als Angriff.

Wie macht sich die spezielle Ausrichtung im Inneren des Hotels bemerkbar?
Das Hotel wurde ausschließlich von Frauen geplant, sprich von einer Architektin und einer Innenausstatterin. Das Team in unserer Zentrale, das sich um das Projekt kümmert, besteht ebenfalls nur aus Frauen. Wir können kein Hotel für Frauen aufbauen und es von einem Mann entwerfen lassen. Im Hotel selbst setzen wir auf gesunde Ernährung, auf besondere Behandlungen im Spa oder auch Fitness unter freiem Himmel. Daneben soll es organisierte kulturelle Ausflüge geben. Das Drumherum ist genauso wichtig wie das Hotel selbst.

Und in den Zimmern?
Die sehen so aus wie in anderen Hotels auch. Wir werden keine riesigen Spiegel an der
Decke anbringen oder Ähnliches. Falls das Konzept „Women only" nicht funktionieren sollte, können wir das Haus jederzeit in ein normales Hotel verwandeln.

Sie wollen im Hotel rein weibliches Personal einstellen. Wie formulieren Sie das in den Stellenanzeigen und Bewerbungsgesprächen, ohne dass es Diskriminierungsvorwürfe gibt?
Wir werden das natürlich nicht in die Stellenanzeige schreiben, aber wenn sich ein Mann bewirbt, dann hat er eben geringe Chancen auf eine Anstellung.

Um nicht zu sagen, gar keine.
Sicher, das ist dann eben so, und uns ist bewusst, dass das für Kontroversen sorgen wird.

Wann kommt Ihr erstes Männer-Hotel?
Wenn es eines Tages diesen Trend geben sollte, kann ich mir das auch vorstellen. Derzeit gibt es ihn aber nicht.

Wie weit kann die Segmentierung in den Hotels gehen? Gibt es irgendwann Häuser für Anhänger eines Sportvereins oder für Menschen zwischen 35 und 40 Jahren?
Urlauber werden in Zukunft verstärkt neue Erfahrungen suchen, sie wollen etwas Neues geboten bekommen. Und wenn sich Mallorca nicht auf Dauer mit der Türkei oder Tunesien vergleichen will, dann muss es die Insel schaffen, diese neuen Erfahrungen zu bieten.

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