23. Januar 2020
23.01.2020

Spanien-Premier verspricht schnelle Hilfe nach Sturmschäden auf Mallorca

Nach der Beruhigung der Wetterlage wird auf der Insel Bilanz über die Schäden gezogen.Vor allem Portocolom, Cala Millor, Cala Ratjada und s'Illot sind betroffen. Mehr als 40 Freiwillige helfen bei Suche nach Vermisstem

23.01.2020 | 08:41
Fotogalerie: Mallorca räumt auf nach dem Sturmtief Gloria

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat am Donnerstag (23.1.) Cala Ratjada (Gemeinde Capdepera) besucht, um sich vor Ort ein Bild von den Schäden des Sturmtiefs Gloria auf Mallorca zu machen. Der Sozialist begutachtete zusammen mit der balearischen Ministerpräsidentin Francina Armengol sowie Vertretern von Inselrat und betroffener Gemeinden die Promenade von Cala Gat, die vom gewaltigen Wellengang in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Die Bürgermeister von Capdepera, Sant Llorenç, Son Servera und Manacor wiesen Sánchez auf die Dringlichkeit der Instandsetzungsarbeiten hin. Die nächste Urlaubssaison stehe vor der Tür, derzeit laufen weiter die Verhandlungen zwischen Hotels und Reiseveranstaltern. Der spanische Ministerpräsident versprach, dass bereits am Freitag (24.1.) die nötigen Mechanismen in Gang gesetzt würden, um den Betroffenen zu helfen. 

Große Suchaktion nach Vermisstem

Nach wie vor wird eine Person vermisst, die während des Unwetters in einer der Schluchten unterwegs war und möglicherweise von den Wassermassen weggerissen wurde. Mehr als 40 Freiwillige beteiligten sich Donnerstag an der Suchaktion.

Konzentrierte sich diese bislang auf die Mündung des Sturzbachs, wurde sie inzwischen auch auf das Meer ausgeweitet. Neben Booten der Guardia Civil beteiligen sich auch mehrere Boote von Privateignern an der Suche. 

Neben Mallorca wird nach zwei weiteren Personen auf Ibiza gesucht. Die Einsatzkräfte fanden am Donnerstag die Jacke eines des Vermissten, eines 21-jährigen Briten.

Die Lage in Portocolom

Vor allem die Bewohner von Portocolom werden das Unwetter nicht so schnell vergessen. Paqui Corregidor und ihr Mann beispielsweise konnten zusehen, wie die Wellen immer höher und heftiger auf die Küste einschlugen. "Ich wollte das Café öffnen und eine Welle schlug über mich. Ich dachte, dass ich das nicht mehr erzählen könnte", erklärt Corregidor, deren Lokal zu den Gebäuden mit den schwersten Schäden nach dem Sturm Gloria gehört.

Die Wellen rissen einen Teil der Terrasse samt Tischen und Stühlen fort. Die Markise ist zerstört. Sogar im Innern bewegte das Wasser eine 300 Kilo schwere Kühltruhe. "Ich muss so bald wie möglich wieder öffnen, weil ich von diesem Geschäft lebe. Die Welle hat mehrere Jahre Arbeit mitgerissen", klagt die Frau.

Die Gemeinde Felanitx, zu der auch der Küstenort Portocolom gehört will Hilfen als Katastrophengebiet beantragen. Da die Wellen über die Häuser an der Küste hinwegdonnerten, drang das Wasser in die Wohnungen, zerstörte Jalousien und Scheiben sowie auch Möbel und Elektrogeräte. Angestellte der Gemeinde Felanitx prüften 20 der am stärksten betroffenen Häuser an der Küste auf mögliche strukturelle Schäden.

Wie Corregidor werden viele Anwohner der Küste von Mallorca erst nach und nach gewahr, welchen Schaden der Sturm Gloria am Sonntag, Montag und Dienstag angerichtet hat. Schäden in Millionenhöhe werden neben Portocolom vor allem in Cala Ratjada, Cala Millor und s'Illot beklagt, auch jede  Menge Schmutz und Unrat hinterließ Gloria an der Küste.

Sturmschäden in Cala Millor, Cala Ratjada und s'Illot

In Cala Millor schluckte das Sturmtief einen großen Teil des Strands, besonders die kleine Playa sa Caleta wurde in Mitleidenschaft gezogen. 

In s'Illot riss der Sturm ein Boot aus seiner Verankerung und trieb es auf den Strand. Das Meerwasser hatte zudem zahlreiche Lokale an der Promenade überschwemmt. Die Anwohner organisierten sich in einer Whatsapp-Gruppe, um die Reinigungsarbeiten zu koordinieren. 

In Cala Ratjada riss der Sturm die Promenade von Cala Gat mit sich. Die Bodenplatten brachen weg, der Weg ist unpassierbar. Auch die Hafenmauer trug Schäden davon. 



Wetterwarnstufen auf Mallorca aufgehoben

Der spanische Wetterdienst Aemet hat unterdessen alle Warnstufen zum Donnerstagmorgen aufgehoben, bereits am Mittwoch hatte sich das Meer wieder allmählich beruhigt. Der Regen hat aufgehört, und in der restlichen Arbeitswoche bleibt es trocken. Die Temperaturen erreichen am Donnerstag bis zu 16 Grad. Die Sonne scheint den ganzen Tag, in der Nacht kann es etwas dunstig werden. Dann kühlen die Temperaturen auf 6 Grad ab.

Die weiteren Aussichten für das Wetter auf Mallorca

Der Freitag startet neblig. Tagsüber gibt es dann wieder Sonnenschein. Die Temperaturen erreichen 17 Grad, nachts wird es bei 3 Grad dafür im Vergleich zum Vortag spürbar kälter. In den Bergen ist leichter Frost möglich.

Der Samstag wird der schönere Tag am Wochenende. Auch dann sind zwar ein paar Wolken am Himmel, die Sonne setzt sich aber meist durch. Ab dem Abend zieht es dann zu, und die Regenwahrscheinlichkeit steigt wieder. Die Temperaturen bleiben gleich oder steigen höchstens minimal.

Graue Wolken, Regen und Gewitter sind bislang für den Sonntag vorhergesagt. Dazu wird es tagsüber kälter. Das schlechte Wetter soll diesmal eine Eintagsfliege sein. Die neue Woche startet dann schon wieder sonnig.

Laut der Bilanz von Aemet gingen im Gebiet von Escorca in der Tramuntana an drei Tagen 334 Liter pro Quadratmeter nieder. In Portocolom an der Ostküste waren es 184 Liter, in Manacor knapp 160 Liter  /tg/ff

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