13. März 2020
13.03.2020

Ministerpräsidentin auf Mallorca: "Unterlasst Hamsterkäufe!"

Die Versorgung mit Lebensmitteln sei umfassend gewährleistet, so Francina Armengol am Freitag. Fitnesszentren und Diskotheken müssen schließen

13.03.2020 | 13:30
Francina Armengol.

Mallorca erlässt im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Schließung von Fitnesszentren und Diskotheken. Diese Maßnahme hat die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol in einer Pressekonferenz am Freitagmittag (13.3.) angekündigt.

Die Schließung gelte für alle Lokale mit größeren Menschenansammlungen wie Veranstaltungssäle, Konzertsäle oder Casinos, so die Politikerin. Restaurants und Bars sollen zudem ihre Plätze um ein Drittel reduzieren - maximal sind 300 Personen erlaubt. Verboten werden auch Rabatt- und Werbeaktionen aller Art, die größere Menschenansammlungen zur Folge haben können.

Bitte keine Hamsterkäufe!

Hinsichtlich der Wochenmärkte empfiehlt die Regierung, die Stände mit Lebensmitteln weiterhin geöffnet zu halten, auch wenn viele Märkte inzwischen von den Gemeinden abgesagt werden. Die Ministerpräsidentin forderte die Bevölkerung explizit auf, Hamsterkäufe zu unterlassen. Die Menschen sollten Ruhe bewahren, die Versorgung mit Lebensmitteln auf den Balearen-Inseln sei "mehr als sichergestellt". Die Supermärkte blieben ganz normal geöffnet, die Waren würden "ganz normal" nachgeliefert. Wer sich panikartik mit Lebensmitteln versorge, verschärfe die derzeitige Krise statt zu ihrer Lösung beizutragen. Am Freitag zirkulierten Videos in den sozialen Netzwerken von Kunden, die sich auf Lebensmittel stürzen und darum streiten. 

Um Hamsterkäufen vorzubeugen, wurde zudem entschieden, dass die Supermärkte an diesem Sonntag (15.3.) öffnen dürfen. Haushalte sollten ihre Einkäufe in Ruhe planen. 

Lieber zu Hause bleiben

Armengol sprach von "drastischen Maßnahmen" - die Balearen-Bewohner müssten nun Opfer bringen. "Jede Geste zählt", so die Sozialistin, die an die Eigenverantwortung eines jeden einzelnen appellierte, unnötige Sozialkontakte zu unterlassen. "Wenn wir 15 Tage inne halten, werden wir deutlich besser dastehen." So könne man die Überlastung der Gesundheitsbehörden verhindern und so schnell wie möglich zur Normalität zurückkehren. Auch wer aus einer Krisenregion komme, solle zunächst zwei Wochen zu Hause bleiben. 

In den sozialen Netzwerken ist mittlerweile eine Kampagne mit dem Titel #YoMeQuedoEnCasa (Ich bleibe zu Hause) angelaufen, die zur Verantwortung eines jeden einzelnen aufruft. 

Die Ministerpräsidentin wiederholte zudem ihre Forderung an die spanische Zentralregierung, auf den Balearen ankommende Passagiere aus besonders betroffenen Regionen zu kontrollieren oder die Einreise ganz zu unterbinden. Auf einer Insel sei so etwas leicht zu bewerkstelligen, es falle aber nicht in die Zuständigkeit der Landesregierung.

Auf Mallorca, wo die Zahl der Infizierten noch relativ gering ist, ist die Sorge groß, dass die Pandemie zum Beispiel von  Madrid aus weiter auf die Insel getragen wird. Die Balearen seien die Region in Spanien, die die Pandemie derzeit am besten im Griff habe. Explizit empfahl Armengol ihren Mitbürgern auf dem Festland, nur wirklich dringend nötige Reisen zu unternehmen.

Unterbrochen für Besucher wird der Schiffsverkehr zwischen Mallorca und dem Archipel von Cabrera. Zwischen Formentera und Ibiza wird zudem der Fährverkehr reduziert. 

Palma erlässt Restriktionen für Parks

Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca hat unterdessen bekannt gegeben, dass ab Samstag (14.3.) Parks wie Sa Siera, Kinderspielplätze, Sporteinrichtungen oder das Castell Bellver für den Publikumsverkehr geschlossen werden, genauso wie die meisten städtischen Einrichtungen wie Bibliotheken.

Hochzeiten - so fern sie nicht ohnehin verschoben wurden - finden im Hof des Castell Bellver statt, zugelassen sind maximal 30 Gäste. Die Wochenmärkte bleiben geöffnet, die Kunsthandwerker-Märkte schließen.

Die städtischen Linienbusse der EMT sind weiter im Einsatz, die Fahrgäste werden aber auf verschärfte Hygiene-Empfehlungen hingewiesen.  /ff

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