05. November 2020
05.11.2020
Mallorca Zeitung

Frauenmörder auf Mallorca handelte wohl aus Eifersucht

Der 35-Jährige, der gestanden hat, seine Ehefrau und Mutter seiner Kinder am Dienstag (3.11.) in Palma de Mallorca umgebracht zu haben, rastete wegen eines WhatsApp-Chats aus

05.11.2020 | 10:36
Die Ermittler inspizieren den Tatort im nördlichen Stadtteil Secar de la Real in Palma de Mallorca

Im Mordfall um die 32-Jährige, die am Dienstagabend (3.11.) von ihrem Ehemann in Palma de Mallorca umgebracht worden ist, sind neue Details bekannt geworden. Wie der mutmaßliche Täter, der 35-jährige Antonio C., unter Tränen gestand, habe er aus Eifersucht getötet.

Seinen Aussagen zufolge waren er und sein Opfer am Dienstagabend gemeinsam im Auto in einer abgelegenen Gegend im Norden von Palma de Mallorca unterwegs gewesen. Dort sei das Paar in Streit geraten. "Ich habe ihr ein Foto ihres WhatsApp-Chats gezeigt, in dem sie mit einem anderen Mann geredet hat", so C. Von seiner Eifersucht übermannt habe er das Auto gegen einen Betonblock gerammt. Die Frau blieb unverletzt, doch ihr machte der Gewaltausbruch ihres Ehemannes Angst. Sie stieg aus dem Auto aus und versuchte zu fliehen.

Wie Antonio C. weiter gestand, rannte er hinter ihr her, warf sie zu Boden und schlug ihren Kopf gegen einen Stein und tötete sie damit. Gerichtsmediziner bestätigten später, dass ein Schädelbasisbruch die Todesursache war. Den Leichnam versteckte C. wenige Meter entfernt in einem Waldstück. Dann rief er die Angehörigen der Toten an und erklärte ihnen, dass seine Frau bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei. Diese wurden misstrauisch und verständigten Polizei und Rettungskräfte, die wenig später auf dem abgeschiedenen Weg eintrafen. Dort fanden sie das Unfallauto und eine Blutspur, die sie zu dem mit Zweigen verdeckten Leichnam führte.

Von Antonio C. fehlte zunächst jede Spur. Wenig später jedoch meldete sich der Mann telefonisch bei der Polizei und gab an, sich stellen zu wollen. Polizeibeamte nahmen C. wegen Mordverdachts fest.

Bei einer Autopsie konnten Experten nicht nur bestätigten, dass der Aufschlag auf den Stein den Tod herbeigeführt hatte. Die Gerichtsmediziner stellten auch zahlreiche Quetschungen am Körper der Frau fest. Zudem wies sie eine Wunde am Brustkorb auf, die ihr der Täter vermutlich mit einem Schraubenzieher zugefügt hatte, der ebenfalls am Tatort gefunden wurde.

Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" schreibt, ist Antonio C. der Cousin des Opfers. Die beiden waren wohl seit Jahren verheiratet und haben vier gemeinsame Kinder. Zeugenaussagen zufolge hatte es in der letzten Zeit aber immer wieder Probleme in der Beziehung gegeben, die stets mit der krankhaften Eifersucht des Mannes zu tun gehabt hätten. Wie Angehörige angaben, habe die Frau schon lange unter dem Verhalten ihres Mannes gelitten.

Es handelt sich bereits um den dritten Mord im Jahr 2020 auf Mallorca, in dem ein Mann seine (Ex-)Partnerin tötet. /somo

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