11. Juni 2009
11.06.2009
ITB Berlin

Einbruch der Buchungszahlen: Mallorca kämpft um jeden Gast

12.03.2009 | 01:00
Diese beiden Urlauber sind wegen Sonne und Meer nach Mallorca gekommen. Aber interessieren sie sich auch für Dorftouren, Wandern oder kulinarische Spezialitäten?

Rafael Nadal ist in Halle 7.2 des Berliner Messegeländes überall zugegen. Überlebensgroß lächelt der Tennisstar den Besuchern des Balearen-Stands auf der Berliner Tourismusmesse ITB auf Bildschirmen und großen Plakaten entgegen. Er strahlt die Zuversicht eines Siegers aus, der auch in schwierigen Situationen kühlen Kopf bewahrt.

Insofern passt das Bild zur Stimmung, die am Mittwoch (11.3.), dem ersten Tag der ITB, am Stand der Balearen herrschte. Die Inseln, bisher unangefochten Nummer eins in der Urlaubergunst auf dem deutschen Reisemarkt, sind offenbar vom Strudel der Wirtschaftskrise erfasst worden. Doch geschlagen geben will man sich nicht. "Wir werden um jeden Gast kämpfen", sagte Tourismusminister Miquel Nadal (Unió Mallorquina, UM) bei seinem ersten offiziellen Auftritt auf der ITB.

Nach Jahren des stetigen Wachstums und der Urlauberrekorde droht erstmals wieder ein Abwärtstrend. Das jedenfalls spiegeln die Zahlen der Buchungen für die Sommersaison wider, die die vier großen Reiseveranstalter für den deutschen Markt auf der ITB bekannt gaben. 20 Prozent weniger verzeichneten die Anbieter Thomas Cook und Alltours, Branchenprimus Tui bezifferte das Minus zum 1. Februar auf elf Prozent. Nur der Konzern Rewe Touristik, der 2008 sein Angebot auf den Insel ausgebaut hatte, verzeichnete ein leichtes Plus.

In der Analyse sind sich die Reiseveranstalter einig: Schuld sei vor allem die durch die Wirtschaftskrise hervorgerufene Verunsicherung. Mallorca leide darunter, dass viele Familien mit der Urlaubsplanung noch zögerten. Doch noch wollen weder Reiseveranstalter noch Balearen-Regierung den Sommer verloren geben. Mit gemeinsamen Marketingstrategien soll um die Kunden geworben werden. Man setzt darauf, dass die Urlauber sich letztlich dennoch für den Urlaub auf den Inseln entscheiden werden. Denn im Vergleich zu anderen Quellmärkten wie beispielsweise dem britischen seien die wirtschaftlichen Voraussetzungen in Deutschland weiterhin positiv. "Die Deutschen sitzen auf den Koffern und wollen reisen", glaubt Tui-Deutschland-Chef Volker Böttcher. Auch Peter Wennel, Geschäftsführer von Alltours, glaubt, dass die Krise in Deutschland bislang eher psychologischer als ökonomischer Natur sei. "Die Deutschen zahlen weniger Sozialabgaben, bekommen mehr Kindergeld und profitieren wieder von gesunkenen Spritpreisen."

Mit verlängerten Fristen für Frühbucher hoffen die Reiseveranstalter, den Trend noch zu wenden. Bei Tui profitieren die Frühbucher noch bis zum 30. April von Preisnachlässen, bei Thomas Cook wurde die Frist vom 14. Februar noch bis Ende März verlängert.

Trotz Zweck-Optimismus gehen die Reiseveranstalter jedoch auf Nummer sicher. Um rentabel zu bleiben, wird Tui seine Flugkapazitäten nach Palma um acht Prozent verringern. Dabei handle es sich vor allem um Strecken, auf denen bisher zwei Flieger am Tag geflogen seien, so Böttcher. Auch Alltours fährt das Angebot um 15 Prozent herunter. Doch versicherten die Reiseveranstalter, dass die Kapazitäten bei steigendem Bedarf kurzfristig wieder ausgeweitet werden könnten.

Alle Unternehmen appellierten an die Hoteliers auf Mallorca, die Preise der Situation anzupassen. Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser: "Den Druck machen nicht wir, sondern der Markt." Während sich Mallorcas Konkurrenz im westlichen Mittelmeerraum in einer ähnlichen Situation befinde, sei vor allem die Türkei bisher als Gewinner aus der Krise hervorgegangen. "Dort gibt es im Vergleich zu den Balearen mehr familienfreundlichere Angebote wie All-Inclusive", so Tui-Chef Böttcher.

Derweil hat die Fluggesellschaft Air Berlin Berichte dementiert, wonach ein Verkauf der vor zwei Jahren übernommenen Airline LTU geplant sei. Das war aus einem internen Protokoll hervorgegangen. "Richtig ist, dass wir einige Langstreckenverbindungen auf ihre Rentabilität prüfen", so Verkaufsdirektor Pablo Caspers gegenüber der MZ. Von einem Verkauf könne jedoch keine Rede sein.

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