15. Januar 2019
15.01.2019

Essen auf Rädern: ein Dienst der Gemeinde Calvià

Seit einem Jahr bietet die Gemeinde einen Bringdienst für Mittag- und Abendessen an. Der Service funktioniert gut, schon bald soll er weiteren Nutzern zur Verfügung stehen

15.01.2019 | 01:00
Eine der teilnehmenden Seniorinnen nimmt den Thermo-Behälter mit der Mahlzeit in Empfang.

Ein Werktag, 12.30 Uhr, Santa Ponça im Westen von Mallorca. Jeden Moment müsste ein kleiner Transporter vor der Wohnung von Julia (Name von der Red. geändert) halten. Die bald 76-Jährige ist eine von 20 Senioren über 65 Jahre, die den „Essen auf Rädern"-Dienst der Gemeinde Calvià und des Seniorenheims Llar nutzen.

Julia bekommt eine beitragsunabhängige Rente von 360 Euro. „Damit komme ich leider nicht weit", sagt sie. 300 Euro gehen alleine für ihre kleine Wohnung drauf. Andere Bewohner der zur Gemeinde gehörenden Küstenorte wie El Toro oder Peguera haben sich nicht aus finanziellen Gründen in dem Programm eingeschrieben, sondern da sie sich ihre Mahlzeiten selbst nicht mehr zubereiten oder die Einkäufe nicht mehr tätigen können. Wieder andere würden den Service nutzen, da sie einen strengen Ernährungsplan einhalten müssen, erklärt Carmen Pérez Blasco, die Leiterin des Seniorenheims.

Sie alle können sich beim Sozialamt der Gemeinde Calvià für den Bringdienst bewerben. Wenn sie die genannten Kriterien erfüllen, werden sie in die Teilnehmerliste aufgenommen. Sie können dann zunächst entscheiden, ob sie ein Mittag- und Abendessen pro Tag oder nur eines von beiden bekommen möchten. Auch, ob die Mahlzeiten nur an einzelnen Tagen oder täglich kommen sollen, kann individuell abgesprochen werden.

Julia etwa hat sich nur für die Tagesration des Mittagessens eingetragen. „Mit der Mahlzeit komme ich gut aus. Ich will den Dienst ja auch nicht unnötig ausnutzen", so die 75-Jährige.

Die Gerichte werden in der Küche des Seniorenheims zubereitet und zwar von derselben Firma, die auch dort die Bewohner mit Essen versorgt: Sodexo. Ab 11.30 Uhr wird das Essen in Thermo-Behälter gepackt. Heute gibt es gedünstete Bohnen und Fleischklöße (albóndigas) mit Tomatensauce. Bei der Zubereitung werden eventuell vorher eingereichte Diätvorschriften genau beachtet. Auf deren Basis erstellen die Köche dann personalisierte – beispielsweise salzärmere oder leberschonendere – Speisen.

Die Thermo-Behälter mit den Menüs werden dann in eine Tasche gepackt, die mit dem Namen, der Adresse und einer eventuellen Diätvorschrift versehen werden. Die Essensverteiler bringen die Taschen dann in einem isothermischen Lieferwagen – so wird die Kühlkette nicht unterbrochen – zu den Senioren. Bei jeder Auslieferung nehmen die Verteiler die Behälter der Gerichte vom Vortag mit.

Ein per Dienst gebrachtes Mittagessen kostet 6,36 Euro, ein Abendessen 3,18 Euro. Die Beträge, die die Senioren zahlen müssen, richten sich nach der Höhe ihrer Rente. Ist diese zu gering, können sie den Service, wie in Julias Fall, kostenlos nutzen. Die Seniorin ist sehr dankbar, dass es dieses „Essen auf Rädern" gibt. „Ohne diese Möglichkeit würde ich zwar auch weiterhin etwas essen, aber nicht genauso", sagt sie.

Wie Stadträtin Nati Francés anmerkt, könnte der Nutzerkreis des erst seit einem Jahr existierenden Bringdienstes von 20 auf 45 Personen ausgeweitet werden. Auch Ausländer, die in der Gemeinde gemeldet sind, können sich bewerben. Wer teilnehmen will, kann sich an die Sozialämter der Orte wenden (www.bit.ly/Sozialämter) oder unter Tel.: 971-13 91 73 an das Rathaus in Calvià.

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