23. März 2021
23.03.2021
Mallorca Zeitung

Keine Quarantäne, aber Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer

So wirkt sich der Oster-Lockdown auf den Insel-Tourismus aus

23.03.2021 | 08:23
Am Sonntag (21.3.) kamen die ersten 1.000 Urlauber aus Deutschland an.

Deutschlands Oster-Lockdown wirkt sich auch auf Mallorca-Urlauber aus. Wer nach einem Mallorca-Urlaub zurück nach Deutschland kommt, soll bei der Einreise zu einem Corona-Test verpflichtet werden. Eine Quarantäne will man - wohl aufgrund rechtlicher Bedenken - nicht vorschreiben.

Die Testpflicht bei der Reiserückkehr von Urlaubern im Ausland soll über eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes eingeführt werden. Sie soll zur Voraussetzung für die Einreise nach Deutschland gemacht werden. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer nach langen Beratungen in der Nacht auf Dienstag (23.3.) entschieden. Erste Fluggesellschaften hatten bereits zuvor die Bereitschaft signalisiert, diese Tests vor dem Rückflug - bei Mallorca-Rückkehrern also am Flughafen Palma de Mallorca - durchzuführen. Aus der Bereitschaft wird nun eine Verpflichtung.

Merkel sagte bei der Pressekonferenz: "Wir versuchen alles zu unternehmen, dass Urlauber keine neuen Infektionsherde zu uns bringen." Deshalb sei mit den Fluggesellschaften vereinbart, "dass Tests von Crews und Passagieren vor dem Rückflug stattfinden". 

Die Fluggesellschaften indes wissen noch nicht genau, wie die Tests im Detail aussehen sollen. Ein Sprecher von Tuifly erklärte der MZ am Dienstagmorgen (23.3.), dass die "Airlines jetzt auf die weiteren Schritte warten". Am Dienstagvormittag tagten mehrere Arbeitsgruppen in Berlin zu diesem Thema. 

Insgesamt wollen Bund und Länder aber einstimmig und eindringlich an die Bundesbürger appellieren, auf nicht zwingend notwendige Reisen im In- und Ausland zu verzichten, wie aus dem Beschlusspapier der Sitzung hervorgeht.

Bei dem Treffen ging es explizit auch um Mallorca, wo nach Aufhebung der Reisewarnung zu den Osterferien ein Buchungsboom eingesetzt hat. Man werde die Situation auf der Insel genau beobachten und darauf achten, ob sich Infektionsrisiken zeigen, sagte Angela Merkel nach der Ministerpräsidentenkonferenz. "Insgesamt ist durch die Tatsache, dass es Übernachtungsmöglichkeiten auf Mallorca gibt, eine nicht einfache Lage eingetreten", sagte Merkel. Die Rechtslage sei "verzwickt", zitiert "Spiegel Online" die Bundeskanzlerin weiter. Immerhin etwa 40.000 deutsche Urlauber werden über Ostern auf Mallorca erwartet.

Der Präsident des deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig, begrüßte, dass nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern nicht alle Reiserückkehrer einer Quarantänepflicht unterliegen sollen. Es sei sinnvoll, stattdessen auf eine Testpflicht zu setzen, sagte Fiebig am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Fiebig riet von Vergleichen zwischen Deutschland und der spanischen Urlaubsinsel Mallorca ab. Dort seien die Inzidenzwerte deutlich niedriger, Vergleiche zwischen In- und Ausland seien nicht zielführend.

Bereits am Sonntag hatte Mallorca-Fan und FDP-Vizeparteichef Wolfgang Kubicki eine Quarantänepflicht für Mallorca-Rückkehrer als "rechtswidrig" bezeichnet. In den Tagen und Stunden vor der Ministerpräsidentenkonferenz hatten sich zahlreiche Politiker zu einer möglichen Mallorca-Quarantäne geäußert. Viele von ihnen, darunter etwa der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU) oder auch Manuela Schwesig (SPD), Amtskollegin in Mecklenburg-Vorpommern, kritisierten die Aufhebung der Reisewarnung nach Mallorca. /tg/jk

Dieser Artikel wird im Laufe des Vormittags weiter aktualisiert.

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