Raubmord in Krefeld, Flucht nach Sant Jordi

10-07-2008  
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Bei den Überfällen war der Täter unterschiedlich maskiert. Foto: Polizei

FRANK FELDMEIER "Wer hat den Autohändler Askin Uludag in Krefeld ermordet?", hieß es im Hinweis auf die Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst", die am Mittwochabend (9.7.) im Zweiten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde: "DNA-Spur beweist: Täter hat früher Banken überfallen."

Eine Antwort gab es bereits vor dem Sendetermin. Am Montag nahmen Beamte der spanischen Nationalpolizei den Verdächtigen in Sant Jordi bei Palma fest, wo er sich offenbar bei einer Freundin versteckt gehalten hatte. Bei dem 45-Jährigen handelt es sich nach Angaben der Zeitung "Última Hora" um Fred W. Er soll in verschiedenen deutschen Städten mindestens vier bewaffnete Banküberfälle begangen und schließlich vor sieben Wochen den Autohändler in Krefeld ermordet haben.

Der Tatverdächtige hatte zuvor bereits mehrere Jahre auf Mallorca gelebt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Krefeld am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mitteilten. Auf der Insel sei der gebürtige Kieler in der Bootsbranche als selbständiger Unternehmer tätig gewesen. Im vergangenen Jahr habe der gelernte Kraftfahrzeugmeister sein Geschäft jedoch aufgelöst.

Offenbar aus Geldmangel verübte er den Raubüberfall in Krefeld. Dort war der 27-jährige Askin Uludag am 19. Mai dieses Jahres tot auf dem Boden in seinem Büro gefunden worden - gefesselt und mit dem Kopf in einer Blutlache. Der Täter war auf der Flucht beobachtet worden.

Nachdem die Polizei ein Phantombild veröffentlichte, ging Anfang Juli ein wichtiger Hinweis ein. Die Beamten erfuhren, dass der Mann auf dem Fahndungsfoto mit einer Frau in Belgien verheiratet ist und mehrere gemeinsame Kinder im Alter zwischen 11 und 17 Jahren mit ihr hat. Fred W. lebte zuletzt von seiner Frau getrennt auf Mallorca und hatte seine Kinder Anfang Juli in Belgien besucht.

Dort bekam er offenbar Wind von der Tragweite der Ermittlungen und flüchtete. Mittlerweile war seine DNA festgestellt worden, auch wegen der früheren Raubüberfälle wurde nach ihm gefahndet. ?Der Fahndungsdruck machte den Mann regelrecht panisch", heißt es bei der Polizei. Der Tatverdächtige sei mit einem Kleinlieferwagen mit spanischem Kennzeichen nach Deutschland gefahren und am Morgen des 5. Juli von Düsseldorf oder Köln nach Mallorca geflogen. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Tag später Haftbefehl, noch über Nacht wurde die internationale Fahndung eingeleitet.

In Sant Jordi griff die Nationalpolizei am Montagmittag zu, als der Mann gerade das Haus verlassen wollte. Er sei völlig überrascht gewesen und habe keinen Widerstand geleistet, heißt es bei der Polizei. Da er mit der Auslieferung einverstanden sei, werde diese bereits in wenigen Wochen erfolgen. Die DNA-Untersuchung habe bestätigt, dass es sich mit absoluter Sicherheit um den gesuchten Täter handle.

Auf sein Konto gehen laut der Polizei neben dem Raubmord in Krefeld auch zwei Banküberfälle in Preetz in Schleswig-Holstein sowie zwei andere Überfälle in Wuppertal-Katernberg in
Nordrhein-Westfalen. ?Wir gehen davon aus, dass er weitere Überfälle bereits geplant hatte", hieß es auf der Pressekonferenz der Polizei in Krefeld. Ermittelt wird derzeit, ob der Deutsche auch auf Mallorca Straftaten begangen hat.

Nach der Festnahme kann die Polizei jetzt eine aufwendige Fahndung abblasen. So hatte man in einer am Tatort zurückgelassenen Sonnenbrille ein Punzzeichen entdeckt - eine Stanzmarkierung, die zu einem Optiker in Kiel führte. Er hatte vor zwölf Jahren sein Geschäft aufgegeben. Die Mordkommission hatte bereits damit begonnen, die 2.600 ehemaligen Kunden des Optikers zu überprüfen.

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