Ministerium kündigt 140 zusätzliche Lehrerstellen an

Die Stellen sollen unter anderem die Umsetzung des Drei-Sprachen-Modells gewährleisten - doch dagegen wird weiter protestiert, der Streik am Freitag (8.11.) fortgesetzt

08.11.2013 | 12:02

Mitten im nach wie vor anhaltenden Konflikt um die Einführung des Drei-Sprachen-Modells (TIL) an den öffentlichen Schulen auf Mallorca gibt es immerhin eine erfreuliche Nachricht aus dem balearischen Bildungsministerium: Da das Budget des Ministeriums für 2014 um 1,3 Prozent erhöht wird, können 140 zusätzliche Lehrer eingestellt werden. Auf diese Weise könnten besonders große Klassen geteilt, Kinder mit Lernschwäche gesondert betreut und die Umsetzung des dreisprachigen Unterrichts gewährleistet werden, heißt es. Insgesamt wird der Bildungsbereich im kommenden Jahr über ein Haushaltsvolumen von knapp 800 Millionen Euro verfügen.

An den Schulen geht das Chaos indes weiter: Am Freitag (8.11.) wollen Mallorcas Lehrer ihren zum Schuljahresbeginn ausgerufenen unbefristeten Streik nach gut einmonatiger Pause fortsetzen. Sie wollen damit weiterhin gegen den TIL protestieren, den die Balearenregierung einführen will. Dieses Datum wurde der Lehrervollversammlung zufolge gewählt, weil an diesem Tag ein Treffen der Insel-Bürgermeister stattfindet, bei dem auch das Drei-Sprachen-Modell auf der Tagesordnung steht. Neben dem Streik und mehreren bereits eingereichten Klagen vor Gericht wollen die Lehrer nun auch verstärkt auf kollektiven Ungehorsam setzen – und kurzerhand weiterhin fast ausschließlich auf Katalanisch unterrichten.

Für den Fall, dass die Landesregierung Disziplinarverfahren gegen sie einleitet, hat sich die „Assemblea de Docentes" inzwischen juristischen Beistand gesichert. Mit einer Anwaltskanzlei wurde bereits ein entsprechender Vertrag unterzeichnet.

An den Schulen regt sich allerdings mittlerweile auch zunehmend Widerstand gegen die ständigen Streiks der Lehrer. Die "Assemblea por la Escuela Trilingúe", die sich explizit für einen dreisprachigen Unterricht stark macht, betonte, dass bei weitem nicht alle Lehrkräfte die Ansichten der Streikenden vertreten. Auch bei Eltern und Schülern wird das Vorgehen der Streikenden immer kritischer gesehen. Einer der Vorwürfe lautet, dass diese die öffentliche Schule für politische Zwecke instrumentalisieren würden.

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