José Castro kann weiterarbeiten

Untersuchungsrichter muss noch nicht in Pension. Er ermittelte auf Mallorca gegen die Königsschwester Cristina und ihren Mann Iñaki Urdangarin

10.07.2015 | 10:02
Für den Schwager und die Schwester des Königs ein wahrer Albtraum: Untersuchungsrichter José Castro.

Der wegen seiner Hartnäckigkeit bekannte und gefürchtete Untersuchungsrichter José Castro kann wohl doch die zahlreichen Einzelverfahren des sogenannten Falls "Palma Arena" zu Ende führen. Eine jetzt im Parlament in Madrid verabschiedete Justizreform erlaubt Richtern, Staatsanwälten und Justizangestellten ihre Pensionierung bis zum 72. Lebensjahr aufzuschieben. Castro, der sich unter anderem mit der Vetternwirtschaft des königlichen Schwagers Iñaki Urdangarin beschäftigte, hat am Donnerstag (9.7.) angekündigt, diese Verlängerung bis zum Renteneintritt beantragen zu wollen.

Vor einigen Monaten hatte der 69-Jährige, der im Dezember 70 wird, bereits versucht, in Zukunft als emeritierter Richter weiterarbeiten zu können. Das wurde jedoch von dem Obertsten Gerichtshof sowie dem Selbstverwaltungs-Organ der spanischen Justiz (CGPJ) abgelehnt.

Aufgrund der mittlerweile abgeschlossenen Ermittlungen von José Castro werden sich Iñaki Urdangarin sowie seine Frau, die Königsschwester Cristina, demnächst vor Gericht verantworten müssen. Der Fall Palma Arena ist nach dem 2007 eröffneten Velodrom in der Balearen-Hauptstadt benannt und umfasst noch zahlreiche weitere Verfahren, etwa gegen den damaligen Ministerpräsidenten Jaume Matas. Die Justiz und José Castro werden sich voraussichtlich noch über Jahre damit beschäftigen. /ck

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