3.000 Euro für eine Aufenthaltserlaubnis

Zwei Marokkaner halfen Landsleuten, auf Mallorca Einwanderungsbestimmungen zu umgehen. Ein Beamter im Rathaus von Porreres half ihnen wohl dabei

18.01.2016 | 10:57

Die Nationalpolizei hat eine Bande aus Porreres im Inselinneren von Mallorca überführt, die marrokanischen Einwanderern zu einer falschen Aufenthaltserlaubnis verholfen haben soll. Die beiden mutmaßlichen Anführer wurden festgenommen. Ein langjähriger Beamter aus dem Rathaus Porreres wurden ebenfalls gefasst, kam jedoch unter Auflagen wieder auf freien Fuß, berichtete die Tageszeitung "Última Hora" am Montag (18.1.).

Die Ermittler waren der Bande, der sie Dokumentenfälschung und Beförderung der illegalen Einwanderung zur Last legen, seit rund einem halben Jahr auf den Fersen. Die Köpfe, zwei Männer marokkanischer Herkunft, sollen Landsleuten, die sich entweder noch in Marokko oder ohne Papiere in Spanien aufhielten, für rund 3.000 Euro gefälschte Aufenthaltszertifikate beschafft haben, die bereits älter als drei Jahre waren.

Damit konnten die Betroffenen dann im Rathaus eine offizielle Aufenthaltserlaubnis beantragen. Als Komplize diente dabei offenbar ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Wie viel Geld insgesamt geflossen ist, ist den Ermittlern noch unklar. Sie gehen aber von mindestens 50 Fällen aus, wobei neben Porreres möglicherweise auch noch andere Gemeinden auf Mallorca betroffen sein könnten. /sts

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