Weitere Mallorca-Namen in den Panama Papers

Die ehemalige Bürgermeisterin von Calvià, Margarita Nájera, bestreitet die Kenntnis von der Firma ihres Ex-Mannes in Panama

11.05.2016 | 10:32
Die Panama Papers beruhen auf Unterlagen der Kanzlei Mossack Fonseca.

Nach Escarrer und Riu ist mit Nájera ein weiterer auf Mallorca prominenter Nachnamen in den Panama Papers aufgetaucht. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Mittwoch (11.5.) berichtet, erscheinen mehrere Familienmitglieder der ehemaligen Bürgermeisterin von Calvià, Margarita Nájera, in den Enthüllungen zu den Briefkastenfirmen in Steueroasen. Die sozialistische Politikerin bestreitet allerdings, von den Geschäften ihres Ex-Manns gewusst zu haben, von dem sie bereits zum Zeitpunkt der Firmengründung getrennt gelebt habe.

Nájeras Ex-Mann, Manuel Barajas, hatte die Firma Bana Development S.A. anscheinend am 22. Februar 2001 mit Sitz in Panama gegründet. Zu diesem Zeitpunkt war Nájera Bürgermeisterin von Calvià. Die Firma wurde nie abgemeldet. Als Präsident, Direktor und Gründer firmiert Barajas. Die beiden gemeinsamen Kinder des Paares tauchen ebenfalls in den Papieren auf: Tochter Ainhoa Barajas Nájera, damals 21-jährige Studentin, heute Podemos-Politikerin, als weiteres Vorstandsmitglied und Sekretärin und Sohn Aleix Barajas Nájera, damals noch minderjähriger Schüler, als Schatzmeister und ebenfalls Vorstandsmitglied. Der Firmenname "Bana" könnte aus den beiden Nachnamen der Familie, Barajas und Nájera, entstanden sein.

Margarita Nájera äußerte sich zu dem Fall folgendermaßen: Bis vor wenigen Tagen habe sie von der Existenz der Firma keine Kenntnis gehabt. Bereits im Jahr 2000 habe sie sich von ihrem Mann getrennt, bevor sich das Paar im Jahr 2002 scheiden ließ. Der Ex-Mann sei 2001 nach Kuba gezogen, um dort eine neue Familie und neue Geschäfte zu gründen. "Meine Kinder wussten auch nichts davon. Der Jüngere war noch in der Schule, als die Firma gegründet wurde, und die Ältere hatte gerade mit der Universität in Barcelona begonnen."

Die "Ältere", inzwischen selbst Politikerin der Partei Podemos, beteuert, dass sie niemals entsprechende Papiere unterschrieben hätte. Ihr Vater habe behauptet, die Firma in Panama gegründet zu haben, um das gegen Kuba verhängte Wirtschaftsembargo zu umgehen. Später habe er die Firma vermutlich einfach vergessen.

In den Panama Papers sind insgesamt 14 Gesellschaften mit Verbindung zu den Balearen entdeckt worden. Zwölf davon sind in den Gemeinden Palma, Andratx, Calvià und Marratxí angesiedelt. /tg

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