Nach drei Unwetter-Tagen blinzelt die Sonne auf das tropfnasse Mallorca

Regen und Wind flauen ab. Die Inselregierung fordert Entschädigung aus Madrid

22.12.2016 | 19:34
Fotogalerie: Mallorcas Sturzbäche am Anschlag

Nach drei Tagen extremer Wetterlage kehrt auf Mallorca am Donnerstag (22.12.) wieder etwas Ruhe ein. Der Sturm ist abgeflaut, der Wind weht nur noch leicht aus nördlichen Richtungen. Die Wellen peitschen das Eiland nicht mehr, sondern schlagen mit normaler Stärke gegen die Tramuntana-Küste. Der Wetterdienst gibt erstmals seit Tagen keine Unwetterwarung aus. Und vereinzelt sucht sich die Sonne sogar eine Lücke am wolkigen Himmel, um auf die klitschnasse Insel zu blinzeln. Am Freitag soll es trotz vereinzelter Schauer sogar richtig sonnig werden. Die Temperaturen schwanken zwischen 17 Grad am Tag und 7 Grad in der Nacht.

Währenddessen übt sich die Inselgesellschaft im Wundenlecken. Am Mittwoch (21.12.) war die Feuerwehr vor allem im Sóller-Tal im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und Kellergeschosse auszupumpen. In den vergangenen drei Tagen hatten die "bomberos" über 300 Einsätze.

Fotogalerie: So tobte das Unwetter auf Mallorca

Wegen Überschwemmungen und umgestürzter Bäume bleiben drei Straßen vorerst gesperrt: Ma-3201 (Montuïri-Pina), Ma-3433 (sa Pobla-Platja de Muro) und Ma-1101 (Puigpunyent-Galilea). Die Sturzbäche der Insel sind bis an den Anschlag gefüllt und haben sich in reißende Ströme verwandelt und drohen an einzelnen Stellen über die Ufer zu treten. In den Schulen in der Tramuntana-Region fiel auch am Mittwoch in mehreren Orten der Unterricht aus. Die meisten Nachmittagsveranstaltungen und Weihnachtskonzerte wurden abgesagt.

Hintergrund: Das Mallorca-Unwetter

Landwirte beschweren sich bei der Inselregierung, dass die Sturzbäche - auf Mallorca "torrentes" genannt - nicht rechtzeitig gereinigt worden waren, sodass der Regen auf den Feldern umso mehr Schaden anrichtete. Der Bauernverband Asaja forderte die Regierung auf, die Schadenssumme zu schätzen und Entschädigungen zur Verfügung zu stellen.

Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol kündigte ein Treffen mit den Bürgermeistern der Insel an, um den Schaden zu bewerten. Außerdem wolle sie Hilfen bei der Zentralregierung in Madrid anfordern. /tg

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