Nadias Vater soll Tochter für Kinderpornografie missbraucht haben

Skandal um falsche Solidaritätskampagne: Ermittler finden Fotos, die "eindeutigen" Tatverdacht nahelegen

10.01.2017 | 18:57

Der mutmaßliche Betrugsfall um die falsche Solidaritätskampagne für das auf Mallorca lebende Mädchen Nadia hat eine weitere erschütternde Wendung genommen: Auf dem Rechner der Eltern fanden die Ermittler Nacktfotos der Tochter. Bei dem sichergestellten Material handle es sich nach Aussagen des Untersuchungsrichters um "klare" Hinweise dafür, dass der Vater seine eigene Tochter für Kinderpornografie missbraucht habe. Darüber berichtet die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Dienstag (10.1.).

Nach Bewertung des Richters handele es sich nicht um einen einfachen Verdacht. Die Fotos seien "eindeutige objektive Indizien für die Teilnahme der verdächtigen Person (in diesem Fall des Vaters) ... an Straftaten der sexuellen Ausbeutung", wie das zuständige Oberlandesgericht in Katalonien mitteilte. Auch für die Straftat des Exhibitionismus gegenüber Minderjährigen lägen eindeutige Hinweise vor.

Die Polizei hatte das sichergestellte Fotomaterial am Dienstag dem Richter vorgelegt. Die Eltern sollen am Freitag (13.1.) zu den neuen Verdächtigungen vernommen werden. Der Richter ordnete außerdem die Untersuchung weiterer Computer, Festplatten und digitaler Speichergeräte der Eltern an.

Hintergrund: Betrug auf dem Rücken der kranken Nadia

Wie berichtet, stehen die Eltern im Verdacht, jahrelang hohe Geldsummen mit einer falschen Solidaritätskampagne eingenommen zu haben. Statt diese für vermeintliche Operationen der angeblich schwer kranken Tochter auszugeben, lebten die beiden Verdächtigen anscheinend ein Luxusleben. Mindestens 600.000 Euro der eingenommenen 918.000 wurden für andere Zwecke ausgegeben.  Der Vater sitzt deshalb seit Dezember 2016 in Untersuchungshaft. Der Mutter wurde das Sorgerecht entzogen. Die Tochter Nadia lebt nun bei ihrer Tante auf Mallorca.  /tg

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