Fall Nadia: Eltern weisen Schuld der Kinderpornografie von sich

Die Nacktfotos ihres Kindes seien zur Kontrolle einer Hautkrankheit geschossen wurden

24.01.2017 | 09:53
Margalida G. nach ihrem halbstündigen Verhör am Freitag (13.1.).

Die Eltern der elfjährigen Nadia haben am Freitag (13.1.) vor dem Strafgericht in Lleida ausgesagt, dass die auf ihrem Computer gefundenen Nacktfotos lediglich der Kontrolle einer Hautkrankheit dienten. Fernando B. und Margalida G. wurden der Kinderpornografie und des Exhibitionismus beschuldigt.

Der Anwalt der Familie erklärte, dass seine Mandanten nie Fotos von sich beim Geschlechtsverkehr geschossen haben, in der Form, dass ihre Tochter sie hätte sehen können. Die Fotos von Nadie hätten die Eltern zudem für die Behandlung der Krankheit geschossen, für welche Fernando B. jahrelang betrügerische Spendenkampagnien führte. "Auf den Fotos sind keinerlei Anzeichen, von pornografischen Inhalten oder einer sexuellen Ausbeutung zu sehen", sagte der Anwalt der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca." Mehr als 15 Aufnahmen, die in der Zeit von 2008 bis 2011 entstanden, liegen dem Richter vor.

Inzwischen hat die Großmutter von Nadia in einem Fernsehinterview mit dem spanischen Sender Telecinco erklärt, dass auch sie Opfer des Spendenbetrugs sei. Für die Behandlung ihrer Enkeltochter habe sie einen Kredit in Höhe von 72.000 Euro aufgenommen, den sie nun in monatlichen Raten von 780 Euro abbezahlt. "So weit ich weiß, wurde Nadie nie operiert", sagte sie.

Nadia lebt mittlerweile bei einer Tante in Binissalem. Ihre Mutter darf sie nur am Wochenende besuchen. Der Vater Fernando B. sitzt weiter in Untersuchungshaft. /rp

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