Kindsmord in Llucmajor: Eltern hatten Streit über Sorgerecht

Im Fall um das mutmaßlich von der Mutter erhängte 18 Monate alte Mädchen werden erste Einzelheiten bekannt

07.04.2017 | 11:29
Die 34-jährige Mutter und mutmaßliche Mörderin des Kindes galt als lebensfroher Mensch.

Die Mutter und mutmaßliche Mörderin des bei Llucmajor erhängten 18 Monate alten Mädchens hatte wenige Stunden vor der Tat mit dem Vater um das Sorgerecht der Tochter gestritten. Das wurde Donnerstag (6.4.) bekannt, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet. Am Mittwoch hatte der Vater die Leichen seiner Tochter und seiner Partnerin in einem Schuppen unweit des Hauses entdeckt und die Polizei verständigt.

Die Ermittlungen der Guardia Civil laufen weiter. Allerdings scheint derzeit kein Zweifel mehr daran zu bestehen, dass die Mutter ihre eigene Tochter erhängte und sich anschließend auf dieselbe Art selbst das Leben nahm. Es gebe keine Anzeichen für die Beteiligung eines Dritten bei der Tat, so die Polizei.

Nach der Vernehmung des Vaters sowie weiterer Familienangehöriger und Freunde des Paares wurden Einzelheiten zu den Umständen der Bluttat bekannt. Demnach hatte sich die seit zehn Jahren bestehende Beziehung des als lebensfroh und glücklich beschriebenen Paares in den vergangenen Monaten stark verschlechtert. Am Dienstag (4.4.), dem Tag des mutmaßlichen Mordes, hatten die beiden Streit.

Der Mann teilte seiner Freundin mit, er wolle sich von ihr trennen. Die von den Kanaren stammende 34-jährige Frau bestand darauf, in diesem Fall zurück zu ihrer Familie nach Gran Canaria zu ziehen und die gemeinsame 18 Monate alte Tochter mitzunehmen. Der mallorquinische Mann wollte die Tochter in keinem Fall verlieren. Bei dem Streit sei es zu keinerlei Handgreiflichkeiten gekommen. Der als Skipper arbeitende Mann verließ das Haus, um auf dem Meer seine Ruhe zu finden.

Bei seiner Rückkehr am Dienstagnachmittag, fand er das Haus leer vor und befürchtete zunächst die Abreise von Frau und Kind nach Gran Canaria. Diesen Gedanken verwarf er jedoch, als er feststellte, dass sich Koffer und Klamotten seiner Familie im Haus befanden und nahm die Suche auf, bei der er auch die Ortspolizei benachrichtigte.

Am Mittwochmorgen fand er die Leichen seiner Frau und seiner Tochter in einem in der Nähe des Hauses gelegenen Schuppen. Beide waren erhängt. Die Notärzte konnten nichts mehr für sie tun.  /tg

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