IS-Anhänger wollte "Schlachtfest" in Inca veranstalten

Schaurige Details: Einer der am Mittwoch (28.6.) festgenommenen Dschihadisten hatten vermutlich vor, mit Messern auf Fußgänger loszugehen

01.07.2017 | 18:09
Auf dem Rathausplatz in Inca im Inselinneren von Mallorca sollte die Bluttat stattfinden

Schaurige Details über die Pläne der vier mutmaßlichen IS-Anhänger, die am Mittwoch (28.6.) auf Mallorca festgenommen worden sind: Wie das zuständige Gericht nach ersten Vernehmungen angibt, sollen die Männer die Absicht gehabt haben, ein "Schlachtfest" auf dem Rathausplatz von Inca zu veranstalten. Geplant war wohl, zahlreiche Fußgänger mit Messern anzugreifen und ihnen, wenn möglich, tödliche Verletzungen zuzufügen. In Manuskripten und Textnachrichten auf Mobiltelefonen hätte vor allem Abdelkaer Mahmoudi aus Inca seine Absichten schriftlich festgehalten.

"Diese dramatischen Enthüllungen zeigen, dass Mallorca nur knapp einem terroristischen Anschlag des IS entkommen ist, das von seinem Ausmaß her mit denen in Paris oder Manchester vergleichbar gewesen wäre", schreibt die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Samstag (1.7.). Wann genau das Massaker auf dem zentralen Platz hätte stattfinden sollen, ist nicht bekannt.

Die Nachricht löste in Inca tiefe Erschütterung aus. Als Zeichen des Friedens initiierten die Imame der Stadt gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Islamischen Vereinigung der Balearen, Mahfouz Abumafouh am Donnerstag (29.6.) einen Fototermin mit den Gemeinderäten. Sie stellten klar, dass sie die ersten seien, die verdächtige Personen anzeigen würden, sollten sie Verbindungen zum IS vermuten, und unterstrichen ihre Loyalität mit den spanischen Sicherheitskräften.

"Wir sind Bürger von Inca, integriert und friedlich. Wir sind genau so erschrocken und beunruhigt wie alle anderen Einwohner", betonte Imam Abdoul Aziz Ndiaye. Incas Bürgermeister Virgilio Moreno warnte zudem vor Beschuldigungen und Intoleranz gegenüber den muslimischen Mitbürgern.

Den Richtern in Madrid zufolge hatten die Festgenommenen zudem auf Mallorca aufgenommene Videos im Internet veröffentlicht, in denen sie vor allem Minderjährige zur Gewalt aufrufen. Die Beschuldigten stritten die Vorwürfe in den ersten Vernehmungen ab und betonten, sich nicht mit der salafistischen Ideologie zu identifizieren, die der Imam predigt, der ebenfalls am Mittwoch in Großbritannien festgenommen wurde und als ihr "spirituellen Führer" gilt. Der Kontakt zu ihm hätte allein darauf beruht, dass sie sich dadurch mehr Spendengelder für den Bau einer neuen Mosche auf Mallorca erhofft hatten.

Die Männer wurden am Freitag ins Gefängnis Soto de Real in Madrid gebracht. "Die Beweislast spricht bisher klar für ihre Schuld", so die Richter. /somo

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