"Gemeinsame Front" für mehr Luxus auf Mallorca

Tourismusminister Biel Barceló beglückwünscht Schörghuber-Gruppe bei 25-Jahr-Feier des Sheraton Mallorca

17.07.2017 | 10:04
Die Stiftungsvorsitzende Alexandra Schörghuber bei ihrer Rede im Arabella Sheraton Golfhotel.

Das war vor zwei Jahren noch undenkbar: ein Schulterschluss zwischen der balearischen Linksregierung und der auf Mallorca auf Fünf-Sterne-Hotels und Golfressorts ausgerichteten bayerischen Schörghuber-Gruppe. Die aufgeheizte Diskussion um den großen Urlauberandrang auf der Insel sowie die wiederkehrenden Negativschlagzeilen um Exzesse in den Urlauberhochburgen aber machen es möglich: eine "gemeinsame Front" (O-Ton Vizepremier Biel Barceló) für einen immer hochwertigeren Tourismus.

Wie zum Beispiel den in den Schörghuber-Hotels im noblen Golfresort Son Vida bei Palma de Mallorca oder den im noch luxuriöseren St. Regis Mardavall in Costa d'en Blanes. "Wir fühlen uns als Pioniere eines anderen Tourismusmodells", sagte Francisco Villa, Verantwortlicher der deutschen Unternehmensgruppe auf Mallorca bei einer Feier zum Geburtstag des Sheraton Mallorca Arabella Golf Hotels am Freitagabend (14.7.). Als das Haus vor 25 Jahren eröffnet wurde, habe es lediglich fünf Fünf-Sterne-Hotels auf der Insel gegeben. Mittlerweile seien es über 40.

Dieses höherwertige und nachhaltige Tourismusmodell, so Vila, müsse auf einem gesellschaftlichen Konsens gründen, dass weniger Urlauber nach Mallorca kommen sollen, die mehr und weiter gestreut Geld ausgeben, über das ganze Jahr verteilt die Insel besuchen und über Strand, Sonne und Party hinaus auch an anderem interessiert sind.

All dies sind Punkte, die auch die Linkskoalition von Sozialisten und Més teilen (derzeitiger Werbeslogan für die Balearen: "Besser im Winter"). In seiner Rede beglückwünschte der balearische Vizepremier und Tourismusminister Biel Barceló denn auch ausdrücklich die Schörghuber-Gruppe für ihren Einsatz. Nun gelte es, "gemeinsam Front" zu machen gegen einen "unziviliserten Sauftourismus", so Barceló wörtlich.

Mallorca müsse auch im Interesse der Arbeitnehmer auf der Insel aufgewertet werden, so der Linkspolitiker, der noch vor zwei Jahren dem traditionellen Sommerfest der Schörghuber-Gruppe demonstrativ ferngeblieben war. Der Übergang zu einem anderen Tourismusmodell sei allerdings ein langwieriger Prozess, der noch viel Kärrnerarbeit erfordere.

Ein wenig in Vergessenheit geriet in den Reden, dass es zwischen den Extremen des wohlhabanden Golfurlaubers und des randalierenden Ballermann-Halbstarken noch eine breite Masse an Menschen gibt, die auf Mallorca schlicht und einfach einen geruhsamen und nicht zuletzt bezahlbaren (Strand-)Urlaub verbringen wollen. Es ist dieser mittelständische Urlauber-Typus, der die Tourismuswirtschaft zu einem nicht unbeträchtlichen Teil am Leben hält.

Die Schörghuber-Gruppe ist ein Mischkonzern, der neben der Hotellerie auch in der Brauwirtschaft (etwa Paulaner), dem Bau, der Fischzucht und in weiteren Bereichen tätig ist. Die Gruppe investiert seit Jahrzehnten auf Mallorca, zunächst unter der Ägide von Unternehmensgründer Josef Schörghuber (1920-1995) und dann unter der seines früh verstorbenen Sohnes Stefan Schörghuber (1961-2008).

Dessen Witwe, Alexandra, ist die derzeitige Stiftungsvorsitzende. In ihrer auf Spanisch gehaltenen Rede unterstrich sie am Freitagabend die Parallelen zwischen Mallorca und Bayern: Hier wie dort vermenge sich ein ausgeprägter Stolz auf die eigene Kultur mit wirtschaftlichem Erfolg.

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