SPANIEN

Solidaritätswelle auf Mallorca nach Terroranschlag in Barcelona

Lieferwagen rast am Donnerstagabend (17.8.) auf Flaniermeile La Rambla in Menschenmenge. 13 Todesopfer bestätigt, mehr als 100 Verletzte. Fünf mutmaßliche Terroristen bei Attentatsversuch in Cambrils getötet

23.08.2017 | 17:03
Solidaritätswelle auf Mallorca nach Terroranschlag in Barcelona

Nach dem Terroranschlag in Barcelona am Donnerstag, bei dem mindestens 13 Personen getötet und mehr als 100 verletzt wurden, haben am Freitagmittag (18.8.) Vertreter aller politischer Institutionen auf Mallorca der Opfer gedacht und ihre Solidarität mit den Menschen in Barcelona erklärt. Um 12 Uhr wurde eine Schweigeminute vor dem Regierungssitz Consolat de Mar in Palma de Mallorca abgehalten. Auch vor den Rathäusern in den Gemeinden auf Mallorca sowie weiteren Institutionen wie etwa Feuerwachen fanden ähnliche Aktionen statt. Mallorca und Barcelona stehen sich nicht nur geografisch, sondern auch kulturell nahe, die Solidaritätsbekundungen fielen deswegen besonders herzlich aus.

Bei dem Anschlag am Donnerstag war ein Lieferwagen im Zentrum von Barcelona auf dem spanischen Festland in eine Menschenmenge gerast. Offiziell bestätigt wurden am Freitagmorgen (18.8.) mindestens 13 Todesopfer und mehr als 100 Verletzte. Unter den Toten seien 34 verschiedene Nationalitäten, twitterte der katalanische Notfalldienst:




Es handelt sich um den schwersten Terroranschlag in Spanien seit den Madrider Zug-Anschlägen am 11. März 2004, gleichzeitig ist es seither der erste Anschlag mit islamistischem Hintergrund. Die Organisation "Islamischer Staat" bekannte sich zu dem Anschlag. Es kam zu mehreren Festnahmen.

Die Terrorzelle hatte offenbar noch viel weitgehendere Pläne. Die Angriffe in Barcelona und Cambrils seien auf primitivere Weise ausgeführt worden als geplant, erklärte der Chef der katalanischen Polizei, Josep Lluís Trapero, am Freitag. Die Ermittlungen deuteten daraufhin, dass die Attentäter überstürzt gehandelt hätten, nachdem ihre ursprünglichen Pläne gescheitert waren. Trapero verwies auf eine Explosion in der Nacht zum Donnerstag in Alcanar, 200 Kilometer südlich von Barcelona. Dort hätten die Verdächtigen Bomben vorbereitet. Nach dieser Explosion hätten die Attentäter nicht mehr das Material gehabt, um Anschläge noch größeren Ausmaßes zu verüben.

Noch in der Nacht war es zu einem zweiten, offenbar überstürzten Attentatsversuch in der katalanischen Küstenstadt Cambrils gekommen, die mutmaßlichen Attentäter wurden getötet.

Bei dem Attentat in Barcelona hatte der Lieferwagen die Menschenmenge kurz vor 17 Uhr auf der Plaza Catalunya erfasst. Das Fahrzeug habe auf der Flanier- und Touristenmeile La Rambla mehr als einen halben Kilometer zurückgelegt, so die Zeitung "El País", der Wagen sei im Zickzack gefahren. Die Täter hatten zudem offenbar einen zweiten Lieferwagen für die Flucht gemietet.

In Folge kam es zu einer Panik, die Menschen flüchteten sich in Geschäfte und Cafés. Rettungskräfte versorgten die Verletzten. Die Geschäfte ließen die Rolläden herunter, das Gebiet wurde von der Polizei abgesperrt, auch Metro und Eisenbahn in dem Gebiet stellten den Betrieb ein. Die Polizei forderte dazu auf, das Gebiet um die Plaza Catalunya zu meiden. Es kam zu einem größeren Verkehrschaos in Folge zahlreicher Straßensperrungen.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy kündigte an, die Antwort auf den Anschlag von Barcelona aus zu koordinieren. Die Regierung verkündete eine dreitägige Staatstrauer. In Spanien gilt seit Juni 2015 Terrorwarnstufe vier auf einer Skala bis fünf. Die letzten tödlichen Terroranschläge in Spanien hatte die baskische Terrororganisation 2009 auf Mallorca verübt

Reaktionen auf Mallorca

Die politischen Institutionen auf Mallorca verurteilten den Anschlag und erklärten sich mit den Angehörigen der Opfer solidarisch. Man stehe Barcelona mit allen Kräften zur Seite, hieß es bei Landesregierung, Inselrat und Rathaus Palma.   /ff


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