Denkmalstreit in den USA erfasst mallorquinischen Missionar Juníper Serra

Eine Statue des Mönchs aus Petra wurde im kalifornischen Santa Barbara geköpft und mit roter Farbe beschmiert

18.09.2017 | 11:17
Unversehrt aber nicht unumstritten: die Serra-Statue in Petra auf Mallorca.

Der Denkmalstreit in den USA hat nun auch den mallorquinischen Missionar und Gründervater Kaliforniens von Mallorca, Juníper Serra, erfasst. Eine Statue des 2015 heilig gesprochenen Missionars aus Petra wurde am Montag (11.9.) im kalifornischen Santa Barbara geköpft und mit roter Farbe beschmiert, wie die spanische Tageszeitung "El País" berichtet.

Das historische Andenken an Juníper Serra und vor allem dessen Heilgsprechung waren noch nie unumstritten. Insbesondere Indigene kritisieren die Verehrung eines Missionars, da ihre Vorfahren unter der Mission der katholischen Kirche gelitten hätten. Drei Tage nach der Heiligsprechung im September 2015 wurde dessen Grabstätte geschändet. Auch wenn sich der Zorn nun erstmals gegen die Statue in Santa Barbara richtete, gab es in Vorjahren immer mal wieder Attacken auf Denkmäler zu Ehren von Serra, ohne dass die Weltöffentlichkeit davon erfahren hätte.

Allerdings steht die Debatte über diesen jüngsten Vorfall nach den Vorfällen in Charlottesville nun in einem ganz anderen Zusammenhang. In den USA steht das Andenken an viele Figuren der Vergangenheit neu auf dem Prüfstand. Spätestens seit der Eskalation einer Demonstration von Rechtsextremisten in Charlottesville, bei der eine Gegendemonstrantin mit dem Auto überfahren wurde, diskutieren die US-Bürger höchst kontrovers über dieses Thema. Die Rechtsradikalen hatten gegen die Entfernung eines Denkmals zu Ehren des Bürgerkriegsgenerals Robert E. Lee protestiert. Anschließende Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump brachten dessen Nähe zu rechten Gruppen ans Tageslicht und brachten ihm internationale Kritik ein. /tg

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