Tourismusminister ließ sich Karibik-Urlaub von Globalia bezahlen

Konzern übernahm Kosten der Reise zu einer TV-Aufzeichnung in der Dominikanischen Republik. "Biel Barceló hat nichts bezahlt", so eine Sprecherin

12.12.2017 | 18:56
Unter Sportsfreunden: Biel Barceló (3.v.li.) mit Polo-Shirt von Air Europa und Canal 4 in Punta Cana.

Karibik-Urlaub auf Kosten eines großen Tourismuskonzerns: Der balearische Vize-Regierungschef und Tourismusminister Biel Barceló (Més per Mallorca) hat sich vergangene Woche eine Reise nach Punta Cana (Dominikanische Republik) indirekt von der Unternehmensgruppe Globalia bezahlen lassen. Dabei handelte es sich nicht um einen offiziellen Termin, sondern um eine "Privatreise", wie eine Sprecherin des Ministers der MZ bestätigte.

Offiziell eingeladen hatte das TV-Programm "Fora de Joc" (Abseits) des mallorquinischen Regionalsenders Canal 4. Barceló ist seit Jahren gelegentlicher Studiogast dieser Sportschau. Die am Montag ausgestrahlte Sendung wurde in dem Hotel in Punta Cana aufgenommen. Biel Barceló erscheint darin nicht, habe aber die Produktion unterstützt, so die Sprecherin. Dass er auch Teil der Reisegruppe war, wurde erst durch ein Instagram-Foto bekannt: Darauf ist Barceló in einem Polo-Shirt von "Canal 4" und "Air Europa" hinter einer Paella im Hotelrestaurant zu sehen.

Die Kosten für den Karibik-Ausflug hat offenbar Globalia als Hauptsponsor der Sendung übernommen: Die Gruppe flog mit der unternehmenseigenen Fluggesellschaft Air Europa und übernachtete in einem B-Live-Hotel der Gruppe. "Biel Barceló hat nichts bezahlt", bestätigte die Sprecherin, die darin kein Geschmäckle sieht. "Er ist schon seit Jahren Gast dieser Sendung, er hat nie einen Hehl daraus gemacht, und seine Studioauftritte waren noch nie offizielle Termine", sagt sie.

Der Tourismusminister, der am Sonntag (10.12.) nach einem langen Brückenwochenende nach Palma zurückkehrt, flog an einem Tag in die Karibik, an dem daheim die Fetzen flogen: Das Parlament verabschiedete am Dienstag (5.12.) mit den Stimmen der Minderheitsregierung aus Sozialisten und Més per Mallorca sowie ihres Parners Podemos ein neues Bodenordnungsgesetz.

Eine darin enthaltene und erst im letzten Moment hinzugefügte Klausel begünstigt die Unternehmensgruppe des ibizenkischen Hoteliers Abel Matutes. Der linken Protestpartei Podemos – die nicht in der Regierung sitzt, sie aber toleriert – fiel das erst im Nachhinein auf. Ihr Fraktionssprecher Alberto Jarabo spricht von einem schwerwiegenden Vertrauensbruch.

Biel Barceló ist bereits wegen Auftragsvergaben an den ehemaligen Wahlkampfleiter von Més per Mallorca Jaume Garau sowie wegen einer vermeintlichen Vorzugsbehandlung des Nachtclub-Unternehmens seitens seiner inzwischen zurückgetretenen Generaldirektorin Pilar Carbonell in der Kritik.   /ck

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