02. Juni 2018
02.06.2018

Wohnungen vermietet, die gar nicht ihnen gehörten: sieben Festnahmen

Betrüger sollen in Palma de Mallorca auch ausländische Immobilienbesitzer ausgenommen haben

02.06.2018 | 18:40
Tatort Cala Major: Die Wohnungen befinden sich in solch einem Hochhaus.

Die Nationalpolizei hat in Palma de Mallorca sieben Personen festgenommen, die in einem Gebäude in Cala Major Wohnungen vermietet haben sollen, die ihnen gar nicht gehörten. In den meisten Fällen handelte es sich um Apartments von Ausländern, die nur ein paar Monate auf der Insel verbringen. In anderen Fällen gehörten die Wohnungen den Banken.

Der Anführer der Gruppe, seine Frau und sein Sohn werden des Betrugs beschuldigt. Mit Hilfe dreier Komplizen sollen sie die unbewohnten Apartments zunächst ausgespäht und dann aufgebrochen haben. Meistens vermieteten sie die Wohnungen dann an Einwanderer. In Palma de Mallorca sind die Mieten in den vergangenen Jahren in die Höhe geschossen, es wird immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Laut den Ermittlern arbeitete die Gruppe auch mit einem ebenfalls festgenommenen Anwalt zusammen. Neben den Mieten soll die Gruppe nämlich noch eine andere Einnahmequelle gehabt haben: rechtmäßigen Eigentümern fiktive Reparatur- und Wartungsarbeiten in ihren Wohnungen in Rechnung zu stellen und diese Schulden dann einzutreiben. Darum kümmerte sich der Anwalt.

Die Rechnungen wurden in den unbewohnten Wohnungen hinterlassen. Wenn die im Ausland lebenden Eigentümer darauf nicht reagierten, weil sie keine Kenntnis dieser Forderungen hatten, erstattete der Anwalt Anzeige. Die Gerichtsverwaltung informierte die Eigentümer daraufhin mit einer in der Wohnung oder in dem Briefkasten hinterlassenen Benachrichtigung über die Anzeige.

Oft bekamen die Eigentümer auch das nicht mit. Da kein Widerspruch eingelegt wurde, gab das Gericht den Klägern Recht. Wenn die Eigentümer dann schließlich vor Ort waren, erfuhren sie, dass gegen sie ein rechtskräfitges Urteil vorliegt und sie zur Zahlung verpflichtet sind, um eine Zwangspfändung zu vermeiden.

Der Anwalt soll in mindestens sechs Fällen auf falschen Rechnungen basierende Anzeigen gegen die Besitzer der Wohnungen gestellt haben. Der Anführer der Gruppe ist weiter in Untersuchungshaft, die restlichen Beschuldigten sind mittlerweile gegen Auflage wieder auf freiem Fuß. /ck

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