Kampf gegen Prozessionsspinner: Umweltschützer zeigen Landesregierung bei EU an

Nach Meinung des Gob verstößt die Ausbringung von Schädlingsbekämpfungsmitteln aus der Luft gegen EU-Vorgaben

16.10.2014 | 12:14
Kampf gegen Prozessionsspinner: Umweltschützer zeigen Landesregierung bei EU an
Kampf gegen Prozessionsspinner: Umweltschützer zeigen Landesregierung bei EU an

Der Umweltschutzverband Gob auf Mallorca hat die balearische Landesregierung wegen der geplanten Ausbringung von Schädlingsbekämpfungsmitteln gegen die Prozessionsspinnerraupe bei der Europäischen Kommission angezeigt. Man gehe davon aus, dass der Einsatz nicht nur Folgen für den Schädling habe, sondern auch weitere Tiere in Mitleidenschaft ziehen dürfte, heißt es in einer Mittelung vom Donnerstag (2.10.).

Geprüft werden solle, ob ein Verstoß gegen EU-Richtlinien vorliege. Konkret geht es um 23 Gebiete des Natura 2000-Netzwerkes auf Mallorca. Dieses wurde in der EU nach den Maßgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie errichtet.

Der Schädling, der nicht nur den Kiefern zusetzt, sondern auch schwere allergische Reaktionen bei Mensch und Tier auslöst, hat Mallorca derzeit wieder im Griff. Waren vor fünf Jahren weniger als 5.000 Hektar intensiv befallen, sind es mittlerweile wieder mehr als 44.000 Hektar. Die Gesamtfläche des Befalls ist sogar 75.600 Hektar groß.

Nachdem der Prozessionsspinner zuletzt 2008 aus der Luft bekämpft worden war, sollen nun wieder zwei Flugzeuge und zwei Helikopter ein biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel über den Kiefern­wäldern ausbringen: Das Landesumweltministerium hat dafür 1,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Besprüht werden sollen insgesamt 24.000 Hektar, vor allem in den Gemeinden Llucmajor, Calvià und Manacor.

Die Bekämpfung aus der Luft habe sich als effektivste Methode herausgestellt, heißt es im Umweltministerium – schon allein wegen der unzugänglichen Lage vieler Kiefernwälder. Siedlungsräume, ökologische Anbauflächen und Bienenkolonien würden genauso wie Feuchtgebiete ausgespart. Verwiesen wird außerdem auf die Verwendung von satelliten­gestützten DGPS-Systemen, mit denen das Schädlingsbekämpfungsmittel bis auf den Meter genau ausgebracht werde.

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