Tierschützer setzen sich gegen Hahn-Tradition bei Fiestas in Pollença durch

Bürgermeister March steht zu seinem Versprechen und verbietet den lebendigen Hahn an der Mastspitze

04.01.2018 | 11:55
Bald Vergangenheit: Oben wartet der Hahn im Korb.

Beim traditionellen Kletterwettbewerb der Sant-Antoni-Feiern in Pollença auf Mallorca wird der Sieger an der Baumspitze erstmals seit 120 Jahren keinen lebendigen Hahn vorfinden. Das kündigte Bürgermeister Miquel Àngel March erneut an und hält damit sein vor einem Jahr gegebenes Versprechen.

Bei dem Wettklettern am 17. Januar versuchen meist junge Burschen oder Frauen aus dem Dorf die Spitze eines für die Feiern aufgestellten Baumstamms zu erreichen. Früher hing an der Spitze ein Hahn. In den vergangenen Jahren war es ein Korb, in dessen Innern sich das Tier befand.

Das neue Tierschutzgesetz verbietet solche Festspektakel mit lebenden Tieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde ein Bußgeld von 1.500 Euro zahlen müssen. Der Hahn im Korb war dem Siegerkletterer aus den Händen gerutscht und auf ein Dach eines Nachbarhauses gefallen.

Unklar ist noch, in welcher Form der Hahn zumindest als Symbol in diesem Brauch überleben soll. Bei den Sommer-Fiestas von Can Picafort wurden früher auch echte Enten aufs Wasser geworfen, um von Schwimmern ergattert zu werden. Dass die Tiere schon vor Jahren durch Plastikenten ersetzt wurden, hatte zwar zu vielen Protesten geführt, die Beliebtheit der Fiestas aber nicht beeinträchtigt. /tg

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