24. September 2009
24.09.2009

Schießerei im Drogenviertel: Son Banya will Rache

09.09.2009 | 11:55
Vor dem Krankenhaus Son Llàtzer ging die Polizei in Stellung.

Nach einer Schießerei in Palmas Drogenviertel Son Banya am Montag (7.9.), bei der eine Frau des Clans von La Paca ums Leben gekommen ist, wird in dem Vorort der Ruf nach Rache laut. Der Patriarch der Siedlung, Gabriel Cortés Radó, bezeichnete die Tat als kaltblütigen Mord, die Täter hätten keine Gnade verdient. "Wenn wir die Täter erwischen, werden wir sie töten."

Die Täter waren am Abend mit Schusswaffen in der Siedlung aufgetaucht, hatten bei dem Opfer geklingelt und auf es geschossen. Die Frau wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen und starb kurz darauf an den Verletzungen im Krankenhaus Son Llàtzer. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine Abrechnung rivalisierender Banden aus dem Drogen-Milieu handelt. Patrouillen der Orts- und der Nationalpolizei überwachten Son Banya sowie auch das Krankenhaus, wo sich Angehörige des Opfers versammelten und Rache forderten. Die Polizei nahm einen Verdächtigen im Krankenhaus fest sowie einen weiteren in Son Banya, als er Schusswaffen und Munition verstecken wollte. Vier weitere Personen wurden auf Mallorcas Nachbarinsel Menorca ergriffen.

Bei dem Opfer handelt es sich um Josefa Moreno, genannt „La Parrala". Sie war vor kurzem im Fall Son Banya neben 24 weiteren Angeklagten zu sechs Monaten Haft verurteilt worden, das Urteil war jedoch noch nicht rechtskräftig. In dem Prozess ging es um eine Drogenbeute in Höhe von 911.000 Euro, die dem Drogenclan von Son Banya gestohlen worden war. Dabei war es zu Entführungen und Folterungen gekommen, ein Polizeiinspektor wurde zudem wegen versuchter Erpressung verurteilt. Ihn hatte unter anderem auch „La Parrala" in ihrer Aussage belastet.

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