Mammutprozess: Gericht spricht "La Paca" frei
Im bislang größten Drogenprozess auf Mallorca wurden die Protokolle abgehörter Telefongespräche für nichtig erklärt

Die Hauptangeklagte "La Paca" / Foto: DM
Im bislang größten Drogenprozess auf Mallorca ist Francisca Cortés, Chefin eines Drogenhändler-Clans im Problemviertel Son Banya, freigesprochen worden. Das Oberlandesgericht der Balearen erklärte abgehörte Telefongespräche, auf die sich die Anklage gestützt hatte, am Montag (27.5.) für nichtig. Für "La Paca", die bereits eine Gefängnisstrafe wegen anderer Delikte absitzt, waren 18 Jahre Haft gefordert worden.
Auch eine Tochter und ein Sohn der Clanchefin, Manuela Fernández Cortés und Francisco Fernández, wurden freigesprochen, desweiteren zahlreiche weitere Angeklagte. Als einziges Mitglied des Clans muss Mario Picazo, Bruder von "La Paca" und genannt "el Loco" (der Verrückte), für drei Jahre hinter Gitter.
Auf der Anklagebank saßen insgesamt 55 Vertreter von sechs mutmaßlichen Drogenclans, die über Jahre hinweg den Handel mit vorwiegend aus Barcelona eingeschmuggeltem Kokain und Heroin auf Mallorca kontrolliert haben sollen. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Gefängnisstrafe von insgesamt 686 Jahren. Angesetzt waren über einen Zeitraum von zwei Monaten 18 Verhandlungstage mit Sitzungen über den gesamten Tag.
Zuletzt war Francisca Cortés Picazo, alias "La Paca", im Februar 2009 wegen der Entführung und Misshandlung der mutmaßlichen Diebe einer Millionen-Beute aus dem Drogenhandel und weiteren Delikten zu 22 Jahren Haft verurteilt worden, zusammen mit 24 weiteren Angeklagten, darunter ihre Kinder, Geschwister und weitere Verwandte.
Der Gitano-Clan hatte um seine Hauptbeschäftigung, den Drogenhandel, nie einen Hehl gemacht und das Geld großzügig ausgegeben. Bis im Juli 2008 mehr als 200 Polizisten in die Barackensiedlung nahe des Flughafens einrückten, 21 Personen festnahmen und kiloweise Drogen sicherstellten. Der Prozess muss nun klären, wie die Clans den Drogenhandel organisiert hatten.
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