Prozessende im Korruptionsskandal von Andratx nach elf Jahren
Am Montag (11.12.) kam das letzte der zahlreichen Verfahren vor Gericht

Hidalgo, Gibert und Massot vor Gericht. / Foto: Archiv
Der Korruptionsfall Andratx, mit dem vor inzwischen elf Jahren die Serie politischer Skandale auf Mallorca ihren Anfang nahm, ist an diesem Montag (11.12.) zu Ende gegangen. Das letzte Verfahren in dem Mega-Prozess endete mit einer Einigung zwischen Anklage und Beschuldigten. Voraussetzung war ein Schuldeingeständnis des damaligen Direktors für Raumordnung in der Landesregierung, Jaume Massot.
Konkret ging es in diesem letzten Verfahren um eine damals ausgestellte Bescheinigung, die den Bau von Apartmentblocks in Port d'Andratx ermöglichte, obwohl es sich um kein Baugebiet handelte. Verantworten musste sich auch eine Rathausangestellte, die die falschen Angaben von Massot übernommen hatte. Sie erhielt eine Geldstrafe von 3.600 Euro, im Fall von Massot wurde die Anklage zurückgezogen.
Der Skandal hatte Ende November 2006 seinen Anfang genommen, als mehrere Dutzend Beamte der Guardia Civil das Rathaus von Andratx im Südwesten von Mallorca gestürmt und Bürgermeister Eugenio Hidalgo festgenommen hatten. Ermittelt wurde wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder, Geldwäsche und Verstößen gegen Bauvorschriften.
Der Fall machte spanienweit sowie auch international Schlagzeilen und stürzte die Volkspartei (PP) auf den Balearen in eine tiefe Krise. Der frühere Ministerpräsident Jaume Matas, dem später ebenfalls wegen Korruption der Prozess gemacht werden sollte, verlor die Regionalwahlen im Jahr 2007. Die Staatsanwaltschaft ging von nun an unerbittlich gegen politische Korruption vor.
Der Prozess um die Vetternwirtschaft im Rathaus Andratx wurde in 79 einzelne Verfahren aufgeteilt, die mit Gefängnisstrafen für die Beteiligten endeten. Ein Teil der Verfahren wurde jedoch auch eingestellt. Die drei Hauptschuldigen befinden sich inzwischen unter Auflagen wieder auf freien Fuß. Hidalgo saß rund sechs Jahre im Gefängnis, der Verwaltungsangestellte Javier Gibert fünf, Massot mehr als acht Jahre.
Da im Zuge des Verfahrens zahlreiche bereits erteilte Baugenehmigungen für nichtig erklärt wurden, ist ein Großteil der Schadensersatzansprüche nach wie vor ungeklärt. /ff
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