25. Juli 2018
25.07.2018

Bußgelder auf Mallorca: Das sollten Autofahrer wissen

Auch auf der Insel gibt es für Verkehrssünder ein Punktesystem

25.07.2018 | 01:00
Die Guardia Civil kontrolliert einen Autofahrer auf Mallorca.

Ob falsches Parken, zu schnelles Fahren, oder Handy am Steuer – wer erwischt wird, muss auf Mallorca meist tief in den Geldbeutel greifen. Denn der Bußgeldkatalog der spanischen Verkehrsbehörde DGT zählt zu den teuersten Europas. Im Vergleich zu Deutschland gibt es zahlreiche Unterschiede – nicht nur bei der Höhe der Bußgelder. Das fängt schon beim sogenannten Punktesystem an: In Deutschland werden Punkte in Flensburg gesammelt, hier auf der Insel werden Punkte von einem Kontingent abgezogen.

Insgesamt besteht das spanische Punktekonto aus zwölf, bei Fahranfängern mit weniger als drei Jahren Fahrpraxis aus acht Punkten. In Deutschland ist nach acht gesammelten Punkten in Flensburg der Führerschein weg. Je nach Schwere des Delikts werden dort pro Vergehen ein bis drei Strafpunkte eingetragen. Diese verfallen dann nach meistens zweieinhalb oder maximal zehn Jahren.

Vor allem zu schnelles Fahren wird auf Mallorca teuer bestraft: Ab einer Geschwindigkeitsübertretung von bis zu 20 km/h werden 100 Euro fällig. Wer über 20 km/h zu schnell fährt (außerhalb von Ortschaften 30 km/h), zahlt 300 Euro. In dem Fall verliert man auch die ersten beiden Punkte. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 50 Kilometern pro Stunde muss der Autofahrer mit einer Strafe von 600 Euro rechnen und ist die Hälfte seiner Punkte los. In Deutschland sind die Geldstrafen vor allem bei geringer Geschwindkeitsüberschreitung günstiger: Zehn Euro bei zehn Stundenkilometern zu schnell, 30 Euro wenn man bis zu 20 zu schnell unterwegs ist. Hingegen kommt es in Deutschland schneller zu vorübergehenden Fahrverboten.

Ein halbes Jahr Fahrverbot gibt es in Spanien, wenn ein Fahrer keine seiner ursprünglich zwölf Punkte mehr hat. Nach sechs Monaten kann dieser einen Sensibilisierungskurs sowie ein theoretischen Test absolvieren und das Punktekonto wird wiederhergestellt. Allerdings hat der Fahrer dann nicht zwölf, sondern nur noch acht Punkte zur Verfügung. Wiederholungstätern, die die Fahrerlaubnis zum zweiten Mal verlieren, wird der Führerschein ein Jahr lang entzogen. Einen solchen Sensibilisierungs- und Auffrischungskurs können die Spanier alle zwei Jahre auch freiwillig belegen, um bis zu sechs Punkte wieder gutgeschrieben zu bekommen. Und es gibt noch eine Besonderheit: In Spanien kann das Punktekonto sogar erweitert werden. Hat man drei Jahre keine Verhaltenswidrigkeit begangen, wird das Kontingent automatisch um zwei aufgestockt.

Natürlich wird auf Mallorca nicht nur das zu schnelle Fahren bestraft – auch beispielsweise das Fahren unter Alkoholeinfluss, ohne Sicherheitsgurt oder über eine rote Ampel kostet: Das Ministerium für Verkehr (DGT) hat eine Liste mit Verhaltenswie­drigkeiten und deren Konsequenz zusammengestellt (siehe Kasten), die auch auf der Homepage der Behörde (https://bit.ly/2KJrFFD) veröffentlicht ist. Teuer kann es auch für Falschparker auf ­Mallorca werden. Polizei und Ordnungsamt sind hier sehr präsent. Nach einer Stunde kostet das Falschparken 30 Euro. Bis zu 150 Euro kostet das Abschleppen, dazu kommt der Strafzettel für das Falschparken. Daher sollte man immer auf die verschiedenfarbigen Markierungen der Parkplätze achten: Gelb bedeutet Parkverbot, Blau steht für gebührenpflichtige Zone (ORA). Nur innerhalb der weißen Markierungen kann man kostenlos stehen.

Ein positiver Aspekt: Wer in Spanien ohne Einspruch seine Strafen innerhalb von zwanzig Tagen begleicht, muss nur die Hälfte zahlen. Das gilt übrigens für alle Verstöße. Auch Urlauber sollten auf Mallorca vorsichtig fahren, denn die spanischen Bußgelder müssen natürlich auch nach der Rückkehr nach Deutschland gezahlt werden! Verhängte Punkte können hingegen bisher nicht im deutschen System verrechnet werden.

Dafür werden Punkte abgezogen

Alkohol am Steuer (ab 0,5 Promille) - 6 Punkte
Alkohol am Steuer (0,25 bis 0,5 Promille) - 4 Punkte
Nachweis von Drogen- und Betäubungsmitteln - 6 Punkte
Verweigerung eines Alkohol- oder Drogentests - 6 Punkte
Waghalsige Fahrweise/ illegale Rennen - 6 Punkte
Installierung von Radarerkennungssystemen - 6 Punkte
Missachtung der Lenkzeiten - 6 Punkte
Fahren ohne Führerschein - 4 Punkte
Werfen von Gegenständen auf die Fahrbahn - 4 Punkte
Missachtung von Stoppzeichen und Lichtanlagen - 4 Punkte
Falsches Überholen - 4 Punkte
Zu geringer Sicherheitsabstand - 4 Punkte
Gefährdung von Radfahrern - 4 Punkte
Geisterfahrt auf der Autobahn - 4 Punkte
Fahren in verbotene Richtung - 3 Punkte
Fahren ohne Sicherheitsgurt - 3 Punkte
Benutzung von Handy/Kopfhörer während der Fahrt - 3 Punkte

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