KIOSK Mallorca Zeitung

Mallorca Zeitung

Grillspieße, Raw Food und Cocktails: Gaumenfreuden im "The Top" in Colònia de Sant Jordi auf Mallorca

Ein Besuch auf der neuen Dachterrasse des Hotels Honucai auf Mallorca

Vorneweg: Eine Bloody Mary mit Sherry oder ein Jade mit Tequila und grünem Tee. The Top

Es geht in den vierten Stock auf die Dachterrasse "The Top" des Vier-Sterne-Superior-Hotels Honucai in erster Linie in Colònia de Sant Jordi. Der Abend kann beginnen, vielleicht mit einem leckeren Cocktail in einem ungewöhnlichen Glas als Aperitif? Beispielsweise mit einer Mary La Salada, das ist eine Bloody Mary mit Manzanilla-Sherry als Wodka-Ersatz oder einem Jade (Tequila, grüner Tee, Yuzu-Sirup, Ingwer-Likör).

Die Cocktails trinkt man auf dem vorderen Teil der Terrasse mit weitem Blick über das Meer bis hinüber zum Cabrera-Archipel als Highlight. Dann wechselt man in den hinteren Teil mit einem speziellen Food-Konzept: Leckeres vom Robatayaki-Grill und Raw Food, also „rohe“ Küche wie das Ceviche von der Jakobsmuschel, ergänzt durch knusprige Maiskörner, Apfel-Streifen, Radieschen-Scheiben, Koriander und Leche-de-tigre-Marinade. Oder die Austern-Varianten.

„Wir wollen uns damit von dem Konzept des Restaurants Salicornia im Erdgeschoss abgrenzen und oben nicht das Gleiche bieten“, sagt der Chefkoch des Hotels, Pablo Tomás, der im Salicornia auf gute Fisch- und Meeresfrüchtegerichte und Paellas setzt. Fleischfreunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Möglichst hiesige Produkte bilden dabei die Basis, schließlich wolle man „so viel Authentisches von Mallorca bieten wie möglich“.

Pablo Tomás ist Chefkoch der Honucai-Lokale Honucai

Köstliches vom Grill

Doch zurück auf die Dachterrasse. Den Anfang machen die über dem Feuer gebratenen Edamame-Bohnen, pikant gewürzt mit Shichimi tōgarashi, einer japanischen Gewürzmischung aus sieben Zutaten, etwa mit gemahlenen Chilischoten, Sesam, Pfeffer und Mohn. Das ist sozusagen der köstliche Oliven-Ersatz.

Aus dem Angebot: Edamame-Bohnen... Honucai/Zender

Der Abend kann weitergehen mit etwa Runzel-Kartoffeln mit Aioli und Chipotle oder Tintenfisch-Stücken vom Grill, die sich gemeinsam mit Aioli, angereichert mit Tintenfisch-Tinte, und Kimchi in einem Salatblatt befinden, das als Taco-Ersatz dient.

Stilvolles Geschirr

Hier kommt auch ein weiterer wichtiger Akzent hinzu: das Geschirr. Denn die Tintenfisch-Tacos werden stilecht in einem Keramik-Tentakel „gehalten“, kreiert von dem Keramikkünstler José Miguel Piñero aus Alicante, der auch für die Adrià-Brüder, Quique Dacosta oder Paco Roncero, arbeitet.

Weitere ungewöhnliche Gerichte sind die nur ganz leicht angebratenen Makrelenstücke, die mit Wakame- und Kombu-Algen sowie einer Sesam-Vinaigrette serviert werden – stilecht auf einem Teller in Makrelen-Optik. Das Thunfisch-Tatar mit Eigelb oder das Lachs-Tataki mit getrüffeltem Eigelb und knusprigem Sesam sind weitere Optionen. Nicht fehlen dürfen natürlich auch die für einen Robata-Grill typischen Fleischspießchen, in diesem Fall Huhn mit Sesam und Erdnüssen.

...und Fleischspießchen vom Grill Honucai/Zender

Perfekter Stellvertreter: Der japanische Souschef

Selbst die Erdbeeren für den Nachtisch landen auf dem Grill, was ihnen – zusammen mit Limonenzesten und einem scharf gewürzten Klecks Sahne – einen ganz speziellen Geschmack verleiht.

Chefkoch Tomás betreut auch das Restaurant Sintonia in einem anderen Hotel der Gruppe in Barcelona, dem Gallery-Hotel (restau rantesintonia. com). Doch mit seinem japanischen Souschef Hideaki Yashioha, der schon lange mit Tomás zusammenarbeitet und sich als Japaner bestens mit dem Robatayaki-Grill auskennt, hat er einen perfekten Stellvertreter ausgesucht. Dies gilt ebenso für das Service-Personal, das sehr aufmerksam agiert (Gerichte 4,50–13 Euro, Desserts 4,50–5 Euro, neungängiges Degustationsmenü 39 Euro).

Die Einrichtung stammt wieder von Bondian Living, die auch schon für den Rest des Hotels verantwortlich zeichnet. Ähnlich wie im Salicornia fiel die Wahl auf gemütliche, leicht gerundete moderne Sofas in maritimen Farben, belegt mit Kissen in den unterschiedlichsten Mustern. Darüber metallene Palmwedel, eine Regalwand mit alten Krügen und viele Details mehr – alles wirkt elegant und gleichzeitig leger. Der passende Rahmen für schöne Abende, denn bislang ist das Lokal nur abends geöffnet.

Von metallenen Palmwedeln behütet: Der Restaurant-Bereich. Honucai

Artikel teilen

stats