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Im Restaurant Barretes bei Sóller auf Mallorca schlemmen und währenddessen die Aussicht genießen

Vorzügliche Küche nach kurvenreicher Anfahrt: zu Gast im Restaurant des Hotels Ca's Xorc

Aktuell sitzt man mittag im Barretes am besten auf der Terrasse. Es lässt sich aber auch in einer alten Ölmühle Platz nehmen. Bendgens

Gut, wir wollen nicht verhehlen, dass der Weg zu unserem heutigen Restaurant ein wenig, nun sagen wir mal, beschwerlich ist. Zumindest das letzte Stück, denn es geht von der kurvigen Bergstraße von Sóller nach Deià einen ebenso kurvigen wie holprigen Weg bergauf. Gute Autofahrer mit kleineren Autos sind dabei klar im Vorteil. Doch wenn man nach ein paar Minuten oben am schönen Hotel Ca’s Xorc (casxorc.com) und somit auch am Restaurant Barretes angekommen ist, wird man dafür mehr als entschädigt. Der Blick ist ein Traum – über die Berglandschaft bis hinüber zum Meer. Tipp: Übernachten Sie einfach dort, dann lohnt sich die Anfahrt doppelt.

Man sitzt fantastisch auf der Terrasse oder bei kühleren Temperaturen im Inneren der umgebauten Ölmühle. Die Idylle des historischen Hauses und der wunderbar und farbenfroh bepflanzte Garten bilden den perfekten Rahmen für kulinarischen Genuss in Form etwa von einer Lammschulter ohne Knochen im eigenen Jus mit einem Püree aus Kastanien und Süßkartoffeln.

Mit Tintenfisch gefüllte Gyozas mit Wachteleiern. Bendgens

Das ist der Chefkoch

Chefkoch und Betreiber ist Pep Luis Mayol. Angefangen hat der heute 42-Jährige einst mit 16 Jahren im Ca’s Puers in Sóller. Weitere Stationen waren El Olivo, Xoriguer, Ca’l Bisbe und Ca’n Ribes. Im Ca’s Xorc war er vor rund 20 Jahren schon als Souschef unter Victor García aktiv, nun also im eigenen Restaurant.

Sashimi-Thunfisch in Cashewnuss-Marinade. Bendgens

Der Mallorquiner liebt es, einigen seiner Gerichte eine kleine asiatische Note zu geben, wie man an den mit Tintenfisch gefüllten Gyozas sieht, die mit Sobrassada, Wachteleiern und Wermutsauce kombiniert werden. Der Sashimi-Thunfisch ist in einer Essig-Cashewnuss-Marinade eingelegt und wird entweder auf einer Mandelcreme serviert oder mit einer asiatischen Sauce, dazu Erdbeeren und Radieschen. „Das sind natürlich temporäre Ergänzungen, denn wenn die Erdbeerzeit vorbei ist, nutze ich eine andere Obstsorte“, so Mayol.

Setzt auch asiatische Akzente: Chefkoch Pep Luis Mayol. Bendgens

Genauso wie andere Köche hat auch Mayol die kleine Ensaimada als perfekte Hülle entdeckt, in der sich dünn aufgeschnittene Entenbrust, konfierte Zwiebeln, Orangenabrieb und Anis verbergen, ganz abgesehen von seinen kleinen Geheimnissen wie Austernsauce, Ingwer, Minze und Koriander. Klein, aber unglaublich vielfältig im Geschmack.

Reiseintopf mit Hummer

„Früher war ich noch etwas mehr im asiatischen Raum unterwegs, aber ich finde, zu dieser doch sehr mallorquinischen Umgebung passen auch verstärkt mallorquinische Gerichte oder solche, die einen Bezug zur Insel haben“, erklärt Mayol. Dazu passen auch der Reiseintopf mit Hummer – „ein Favorit unserer Gäste“ – sowie die Schweinefüßchen mit Garnelen, Blumenkohlcreme und einer aufgebackenen coca de patata. „Ich mag die Füßchen, sie sind wirklich sehr mallorquín, aber die meisten Ausländer haben mit ihrer speziellen Textur ein bisschen Probleme, daher ergänze ich sie in einer Terrine mit Schweinebauch, die Konsistenz ist so fleischiger“, sagt Mayol. Typisch spanisch ist der arroz a la llauna, quasi eine Paella aus dem Ofen, eher gebacken als gekocht, mit knusprigem Boden, socarrat genannt. Ergänzt wird der Reis mit gereiften Rinderkotelettstücken vom Simmentaler Fleckvieh.

Terrine mit Schweinebauch und -füßchen. Bendgens

Beim Fleisch greift Mayol auf verschiedene Lieferanten zurück, den Fisch bezieht er seit vielen Jahren von der in Sóller ansässigen und mit ihm nicht verwandten Firma Peix Mayol. Das sehr leckere Brot, das mit eigenem Olivenöl und selbst gemachter Olivenpaste gereicht wird, backt eine Bäckerei aus Fornalutx, und für Gemüse und Obst fährt Mayol zweimal die Woche zum Pere-Garau-Markt nach Palma und kauft bei den dienstags, donnerstags und samstags dort vertretenen Bauern ein.

„Dabei schaue ich – wenn möglich – darauf, Bioware zu kaufen, denn speziell unsere deutschen Gäste legen darauf durchaus Wert“, sagt Mayol (Vorspeisen 19–25 Euro, Hauptspeisen 30–35 Euro).

Sympathischer Luxus: Barretes im Hotel Ca's Xorc, geöffnet Di.–So. 13–16 Uhr, 19–22.30 Uhr. Ctra. Sóller–Deià, km 56,1. Tel.: 971-63 26 18, barretesrestaurant.com

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