02. September 2018
02.09.2018

Böse Überraschung für viele Hausbesitzer auf Mallorca

Die balearische Steuerbehörde verschickt Post an Eigentümer von Immobilien. Zunächst geht es nur um 60 Euro. Doch dieser Betrag kann schnell deutlich höher ausfallen

02.09.2018 | 01:00
Haben Sie Ihren neuen Pool auch beim Katasteramt gemeldet?

Das balearische Finanzamt verschickt dieser Tage Post an viele Immobilienbesitzer. Darin wird der Empfänger aufgefordert, eine sogenannte „Tasa de regularización catastral" zu bezahlen, die 60 Euro beträgt und in den meisten Fällen schon bis April hätte beglichen werden müssen. Weil viele gar nicht wussten, dass sie diese Gebühr zahlen mussten, da sie keine Aufforderung dazu erhalten haben, werden nun die Mahnbescheide verschickt, die mit einer Strafe von sechs Euro versehen sind.

Keine große Summe? Stimmt, und deshalb ist auch der Aufschrei bislang ausgeblieben. Die vergleichsweise geringe Gebühr ist tatsächlich nicht das Problem. Das dicke Ende kommt für die meisten Empfänger erst noch. Die Aktualisierung des Katasters sieht nämlich vor, dass alle Immobilien, die nachträglich mit einem Anbau versehen oder bei denen ein Pool gebaut wurde, eine höhere Grundsteuer zahlen müssen. Das wurde anhand von Luftbildern oder Besuchen vor Ort ermittelt. Die Grundsteuer in diesem oder im kommenden Jahr dürfte für viele Insel-Residenten also deutlich höher ausfallen als bisher. Das Katasteramt kann dabei die Steuerdifferenz der letzten vier Jahre einfordern. Erklärt wird dies in dem Brief allerdings nicht.

Den Grundstein zu dieser Neuberechnung legte die Zentralregierung im vergangenen Jahr, als sie für insgesamt 1.900 spanische Gemeinden eine Neukalkulation der Grundsteuer beschloss. Auf Mallorca sind die Orte Palma, Marratxí, Llucmajor, Esporles, Felanitx, Ariany, Campos, Deià, Manacor, Muro, Santa Margalida, Petra, Porreres und Sineu betroffen.

Besonders ärgerlich: Viele Immobilienbesitzer hatten zwar die Gemeinde über die zusätzlichen Anbauten informiert, nicht jedoch das Katasteramt. Es gibt die Möglichkeit, einen Widerspruch beim Katasteramt gegen die Zahlung einzureichen. Die Erfolgsaussichten gelten aber als gering.

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