29. April 2021
29.04.2021
Mallorca Zeitung

Unter Drogeneinfluss Auto im Meer versenkt: ein Jahr Haft

Ein 25-jähriger Mann räumte vor Gericht ein, dass er im Februar 2020 einen gemieteten Skoda mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit ins Wasser lenkte

29.04.2021 | 10:20
Komplett unter Wasser war der Skoda Fabia nach dem Unfall.

Er habe mit "absoluter Verachtung des menschlichen Lebens" gehandelt, so stellt es die Staatsanwaltschaft in ihrem Abschlussbericht fest. Ein 26-jähriger Mann ist von einem Gericht in Palma de Mallorca am Mittwoch (28.4.) zu einem Jahr Haft, Führerscheinentzug, Sozialstunden sowie einer Strafe und einer Entschädigung für einen Autovermieter verurteilt worden, bei dem er einen Skoda geliehen hatte, den er im Meer nahe der Urbanisation Son Verí in der Gemeinde Llucmajor versenkte. Der Mann räumte vor Gericht alle Vorwürfe ein und akzeptierte die Strafe.

Demnach kehrte der junge Mann am 9. Februar 2020 gegen 8 Uhr morgens mit einem geliehenen Skoda Fabia von einer durchgefeierten Nacht zurück. Er stand - wie später eine Blutentnahme zeigte - unter dem Einfluss von Alkohol, Cannabis, Amphetamin und Benzodiazepinen (Schlafmitteln). Mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit raste der Mann etwa 850 Meter durch die Siedlung Son Verí und erfasste beinahe eine Spaziergängerin, die sich nur durch einen Sprung auf die Seite retten konnte.

Am Ende der Straße riss der Mann das Lenkrad herum und fuhr etwa 80 Meter über die Felsen der Küste, bevor das Auto schließlich mitsamt dem Fahrer ins Meer stürzte. Drei Radfahrer, die das Geschehen beobachtet hatten, sprangen ins Wasser und retteten den Unfallfahrer. Sie mussten anschließend wegen Unterkühlung behandelt werden. Der junge Mann wurde ins Krankenhaus Son Espases eingeliefert, wo ein Bluttest eine dreimal höhere Dosis Alkohol als erlaubt sowie den Drogencocktail ergab.



Das Auto wurde am Tag darauf gehoben, war allerdings schwer beschädigt. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten, sechs Jahre Führerscheinentzug sowie eine Strafe von 2.400 Euro. Im Endeffekt muss der Mann nun ein Jahr ins Gefängnis, wobei die Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird, wenn er die nächsten zwei Jahre nicht mehr straffällig wird. Zusätzlich muss er seinen Führerschein abgeben, 31 Tage lang Sozialstunden leisten, eine Strafe von 540 Euro zahlen sowie eine Entschädigung von 20.000 Euro an den Autovermieter. Diese muss in den kommenden sechs Monaten bezahlt werden.  /jk
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