04. August 2011
04.08.2011
40 Años

Seniorenwohnheim, zweiter Anlauf

Nach Problemen mit dem Playa-de-Palma-Konsortium wird das Projekt nach Portals Nous verlegt

04.08.2011 | 03:00
Portals Nous statt Playa de Palma: So soll das neue Projekt „Independent Senior Lifestyle" aussehen

Die Bäume waren schon gerodet, die Erdarbeiten hatten bereits begonnen: Auf einer Grünfläche an der Playa de Palma auf Höhe vom MegaPark sollte eigentlich bis vergangenes Jahr die Seniorenwohnanlage Palma Playa Park entstehen. Doch dann wurden die Pläne zur Sanierung des Urlaubsgebiets vorgestellt: Wo das Seniorenheim stehen sollte, plante das Konsortium zur Modernisierung der Playa de Palma einen grünen Korridor.

„Das ging hin und her, wir waren in gewisser Form ausgeliefert", sagt Arnd Münch, Vertriebsleiter für das Projekt Pro-Vivendi, das eine Gruppe spanischer Unternehmen und Finanziers ins Leben gerufen hat. Hinter dem Projekt steht der mallorquinische Unternehmer Guillermo Alomar, der seit Jahren auch ein Einkaufszentrum in Ses Fontanelles an der Playa de Palma plant. Angesichts der Planungsunsicherheit habe man für das erstmals vor sechs Jahren vorgestellte Senioren-Projekt schließlich einen neuen Standort gesucht, so Münch. Die Anlage soll nun in reduzierter Form in Portals Nous in der Gemeinde Calvià entstehen, in der Nähe der Privatschule Ágora und in Gehweite zum Strand. Statt 460 sind nur noch 136 Apartments geplant. Dass das Projekt kleiner ausfällt, erklärt Münch nicht mit der Krise, sondern dem kleineren Grundstück von 300.000 Quadratmetern. Wie Studien zeigten, sei die Zielgruppe enorm groß und wachse ständig.

Noch stehen die Genehmigungen von Inselrat und Gemeinde aus, der Vertriebsleiter ist aber zuversichtlich, dass diesmal keine Stolpersteine auftauchen: Die konservative politische Führung, die gerade erst angetreten ist, sei gegenüber dem Projekt sehr aufgeschlossen, bis Jahresende sei mit einer endgültigen Baugenehmigung von der Gemeinde Calvià zu rechnen. Die Zeit der Bauarbeiten veranschlagt Münch mit 18 bis 24 Monaten.

Projekte für Seniorenwohnanlagen haben sich in den vergangenen Jahren auf Mallorca schwergetan. In Porto Cristo etwa kam eine vor zehn Jahren erbaute Anlage gar nicht in die Gänge. Zuletzt wurde die deutsche Seniorenresidenz Es Castellot in Santa Ponça an
die mallorquinische Behinderten-Stiftung Amadip-Esment verkauft. Münch will keine Vergleiche zu anderen Projekten ziehen, verweist aber auf das spezielle Konzept in Portals Nous: Angesprochen würden Senioren, die Wert auf Eigenständigkeit legten und geräumige Apartments von 70 bis 140 Quadratmetern zu schätzen wüssten. Als Beispiel nennt er Mallorca-Residenten, die im Alter nicht mehr der Pflege ihrer Finca nachkämen, Personen mit pflegebedürftigem Partner oder reiselustige Senioren, die einen unkomplizierten Stützpunkt auf Mallorca bevorzugten.

Nichts geändert hat sich am Vermarktungskonzept: Statt zu mieten oder zu kaufen, erwerben die Bewohner ein lebenslanges Nießbrauchsrecht für betreutes Wohnen in barrierefreien Apartments. Die Erben wiederum erhalten in Abhängigkeit von der Wohndauer einen Teil der Investition zurück. Rechenbeispiel: Investiert ein Bewohner 300.000 Euro für ein Apartment inklusive Tiefgaragen-Stellplatz, würden im Pflege- oder Sterbefall nach zehn Jahren 210.000 Euro wieder ausgezahlt. Die Bewohner hätten Rechtssicherheit wie bei einem Kauf. Da die Apartments aber wieder an den Betreiber zurückfallen, könne dieser darüber wachen, dass langfristig der Charakter der Anlage erhalten bleibe.

Diesen beschreibt Münch mit „Independent Senior Lifestyle": Die Bewohner sind eigenständig, können aber Service- und Pflegeeinrichtungen nutzen. In den Nebenkosten von rund 400 Euro seien ein 24-Stunden-Notdienst mit Alarmsystem, der Sicherheitsdienst, eine wöchentliche Apartment-Reinigung, die Pflege der Grünanlagen sowie der Zugang zu einem Spa enthalten. Die Leitung der Anlage soll die Swiss Tertianum International AG übernehmen, die in der Schweiz Marktführer in dem Segment ist. Münch verweist zudem auf Gespräche mit einer deutschen Krankenkasse auf Mallorca, die Versicherungsleistungen abdecken soll.

Auch wenn Münch den Standort Playa de Palma nicht schlechtreden will, sieht er in Portals Nous Vorteile: Das Gebiet habe eine „hohe urbane Mischkultur", so der Vertriebsleiter: Anders als im rein touristischen Umfeld sei hier das ganze Jahr über etwas los. „Hier können wir zudem gewährleisten, dass fast alle Apartments Meerblick haben."

www.provivendi.com

<strong>In der Printausgabe vom 4. August (Nummer 587) lesen Sie außerdem:</strong>
- Dramatische Finanzlage: Premier Bauzá verschärft Sparkurs
- TV Mallorca: Inselrat wickelt öffentlich finanzierten sender ab
- In Palma eröffnet neues Youth Hostel
- Todeszimmer 257: Polizei räumt Hotel

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