20. Juni 2018
20.06.2018
40 Años

So will die Regionalpartei Més im Wahljahr 2019 punkten

Mit dem Inselratspräsidenten Miquel Ensenyat schicken die Linksregionalisten einen Vertreter des separatistischen Flügels ins Rennen

21.06.2018 | 10:10
Treten für Umweltschutz und Eigenständigkeit ein: Balboa, Busquets, Ensenyat und Santiago (v. li.).

Der mallorquinische Inselratspräsident Miquel Ensenyat wird als Spitzenkandidat der linksregionalistischen Ökopartei Més bei der Balearen-Wahl 2019 antreten. Das entschied die Parteibasis in einer Urabstimmung am Samstag (9.6.). Ensenyat setzte sich mit 68 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Gegenkandidatin Fina Santiago durch, die zurzeit stellvertretende Ministerpräsidentin und Sozial­ministerin der Balearen ist. Gleichzeitig wählten die Més-Anhänger die aktuelle Tourismusministerin Bel Busquets auf den ersten Platz der Liste für den mallorquinischen Inselrat. Busquets setzte sich bei der Stichwahl gegen den Bürgermeister von Alaró, Guillem Balboa, durch. Auch hier fiel das Ergebnis deutlich aus. Busquets erhielt 65 Prozent der Stimmen.

Auftakt zum Wahljahr 2019

Am 26. Mai 2019 wählen die Bürger auf Mallorca und den Nachbarinseln ein neues Balearen-Parlament sowie die Zusammensetzung der jeweiligen Inselräte. Gleichzeitig werden in den Kommunalwahlen auch die Rathäuser neu besetzt und in der gesamten EU ein neues Europaparlament gewählt. Die Més-Partei ist zurzeit Juniorpartnerin der Sozialisten in der auf den Balearen seit 2015 regierenden Linkskoalition unter der Sozialistin Francina Armengol.


Separatistischer Flügel

Més ist an sich ein Wahlbündnis aus zwei verschiedenen Parteien – PSM und Iniciativa Verds (IV), die für unterschiedliche Flügel stehen. Da die nun von der Basis gewählten Spitzenkandidaten Ensenyat und Busquets beide der PSM angehören, sprechen politische Beobachter davon, dass der eher separatistische Flügel der Partei durch die Vorwahlen gestärkt wurde.

Bei der PSM (Partit Socialista de Mallorca) handelt es sich um eine bereits in den 70er-Jahren gegründete Partei, die jahrzehntelang als Vertreterin eines gemäßigten Separatismus angesehen wurde. Seit der Katalonien-Krise haben sich die Töne allerdings verschärft. Ensenyat verurteilte im partei­internen Wahlkampf den „ranzigen Zentralismus" aus Madrid. Vereinzelte Stimmen der Partei fordern auch für die Balearen ein Referendum über eine mögliche Abspaltung von Spanien. Dies fände zurzeit wohl keinerlei Mehrheiten. Die Wahl Ensenyats wird aber durchaus als Signal gewertet. Seine Gegenkandidatin Santiago hatte vor der Basisabstimmung stärker auf Themen wie soziale Gerechtigkeit und Umweltpolitik gesetzt.


Einheit ist das Zauberwort

In einer Sache sind sich der ökologische und der linksregionale Flügel der Partei allerdings einig. Die internen Differenzen sollen ­zumindest im Wahlkampf ruhen. Einheit ist das ausgegebene Zauberwort, das nach der Basisabstimmung von allen Beteiligten mehrfach wiederholt wurde. Die bei den Stichwahlen unterlegenen Kandidaten treten auf den Wahllisten für Balearen-Parlament und Inselrat jeweils auf Platz zwei an und gehen mit den Spitzenkandidaten gemeinsam in den Wahlkampf.

Palmas Bürgermeister Antoni Noguera, ebenfalls von Més, plädierte dafür, die Differenzen zwischen PSM und IV endgültig aufzugeben. Beide Parteien sollten sich vollständig in Més auflösen.


Basis statt Hierarchie

Bei den Kandidatenwahlen nahmen insgesamt 2.415 von 4.200 Parteimitgliedern oder registrierten Sympathisanten teil. Die Wahlbeteiligung von 53 Prozent erlebten die Kandidaten zwar als enttäuschend, sie setzt aber durchaus Maßstäbe für andere Parteien auf den Balea­ren, die ihre Spitzenkandidaten noch festlegen müssen.

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