22. Juni 2018
22.06.2018
40 Años

Deutsche Bank schließt drei Mallorca-Filialen

Betroffen sind die Niederlassungen in Peguera, Cala d´Or und Cala Millor. Die Mitarbeiter und Kunden werden auf andere Standorte verteilt

23.06.2018 | 15:42
Die Filiale der Deutschen Bank in Cala d´Or ist nur noch bis Ende des Monats geöffnet.

Etliche Kunden der Deutschen Bank auf Mallorca müssen sich umstellen: Die Niederlassungen in Cala d'Or, Cala Millor sowie auch in Peguera werden aufgegeben und mit anderen Filialen auf der Insel zusammengelegt. Die Zahl der Niederlassungen auf den Balearen sinkt durch die drei Schließungen von derzeit elf auf dann acht – wobei der Bereichsleiter der Deutschen Bank auf den Balearen lieber von einer „Konzen­tration" spricht. „Wir fusionieren drei Filialen, um größere Standorte zu haben und die Beratung zu stärken", so Alexander Wallpott gegenüber der MZ.

Wenn in den vergangenen Monaten von Filialschließungen auf den Balearen die Rede war, dann ging es meist um Bankia. In dem Kreditinstitut war im Zuge der Umstrukturierung des spanischen Finanzsystems die Banco Mare Nostrum (BMN) aufgegangen – und mit ihr auch die frühere Balearen-Sparkasse Sa Nostra. Bei Bankia sind inzwischen zahlreiche Insel-Filialen geschlossen und Mitarbeiter entlassen.

Bei der Deutschen Bank sei das anders, sagt Wallpott. Auch wenn das Kreditinstitut international nicht aus den Negativschlagzeilen kommt – kein Mitarbeiter auf Mallorca werde entlassen, vielmehr ziehe man die Angestellten in den größeren Filialen zusammen. Die drei kleinen Niederlassungen, die jetzt aufgegeben werden, verfügten nur über jeweils drei Mitarbeiter – zu wenig, um dem wachsenden Beratungsbedarf der Kunden weiter gerecht zu werden. Von einem Rückzug aus Deutschen-Hochburgen auf Mallorca könne keine Rede sein: Die Zahl der Kunden auf den Balearen sei in den vergangenen fünf Jahren um 40 Prozent auf jetzt 36.000 gestiegen.

Die Änderungen waren den Kunden im April mitgeteilt worden, schriftlich sowie auch persönlich. „95 Prozent von ihnen haben Verständnis für die Entscheidung der Bank", so der Bereichsleiter Balearen – nicht zuletzt, weil es in Deutschland einen ähnlichen Prozess der Konzentration gebe. Und auch in den anderen spanischen Regionen wurden ähnliche Entscheidungen gefällt: Die Zahl der Filialen des Kreditinstituts, das bereits seit rund 130 Jahren in Spanien vertreten ist, sinkt landesweit zum Juli von ursprünglich 220 auf dann noch 180.

Wallpott versichert, dass die Deutsche Bank unverändert an Spanien festhalte. „Wir setzen ganz klar auf den spanischen wie auch den italienischen Markt", so der gebürtige Kölner. Hintergrund: Im vergangenen Jahr war noch im Rahmen einer globalen Analyse des Kreditinstituts geprüft worden, das Privatkundengeschäft auf der iberischen Halbinsel zu verkaufen – eine Idee, die nun seit Oktober 2017 endgültig vom Tisch ist.

Wie geht es nun auf Mallorca weiter? Betroffene Kunden können ihre neue Stammfiliale frei wählen, im Prinzip übernimmt aber im Juli die Niederlassung in Alcúdia den Kundenstamm der bisherigen Standorte von Cala Millor und Cala d'Or. Im Fall von Peguera ist nun Santa Ponça zuständig. Jede der verbleibenden Filialen hat jetzt nach Unternehmensangaben mindestens vier Mitarbeiter, im Schnitt seien es fünf. Auf den Nachbarinseln bleibt alles beim Alten, mit jeweils einer Niederlassung auf Ibiza und Menorca.

Handy-App und Hausbesuch

Für viele alltägliche Bankgeschäfte kämen Kunden ohnehin nicht mehr in die Bank – es genügt, zum Telefon zu greifen, den Computer einzuschalten oder die Smartphone-App zu öffnen. Doch was ist gerade mit den älteren Mallorca-Residenten, die mit den neuen Technologien wenig anfangen können und nun auf ihrer Finca noch weiter entfernt von der nächsten Niederlassung wohnen? „Wir beraten nicht nur in den Filialen", beteuert Wallpott, der auf einen ersten Platz bei der spanischen Qualitätsstudie EQUOS hinsichtlich des Kundenservices verweist. „Unsere Mitarbeiter kommen auch zu den Kunden nach Hause."

Mit der Schließung der drei Standorte sei die Fusion abgeschlossen, weitere Zusammenlegungen seien nicht geplant – wobei man angesichts eines sich schnell wandelnden Marktes flexibel bleiben müsse. Einen Käufer für die frei werdenden Räumlichkeiten muss die Bank nicht suchen. Wie in der Branche üblich, waren die Standorte nur angemietet.

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