21. Oktober 2018
21.10.2018

Flutkatastrophe auf Mallorca richtet 91 Millionen Euro Schaden an

Anderthalb Wochen nach dem Unglück im Gebiet von Sant Llorenç, das 13 Menschen das Leben kostete, liegt eine vollständige Schadensbilanz vor

21.10.2018 | 10:04
Video: Sant Llorenç aus der Luft, eine Woche nach der Flutkatastrophe
Fotogalerie: Tödliche Überschwemmungen in Sant Llorenç
Fotogalerie: Sant Llorenç nach der Flutkatastrophe

Die balearische Landesregierung hat erstmals das Ausmaß der Schäden, die die Flutkatastrophe am 9. Oktober im Osten von Mallorca angerichtet hat, beziffert. Die Instandsetzung von öffentlichem Besitz und privatem Eigentum werde bis zu 91,13 Millionen Euro kosten, hieß es am Samstag (20.10.).

Am höchsten fällt der Schaden an der öffentlichen Infrastruktur aus, er wird mit 36,32 Euro beziffert. Mit eingerechnet sind kommunale Gebäude und Einrichtungen in den Gemeinden Sant Llorenç, Artà, Manacor, Capdepera und Son Servera sowie auch die öffentlichen Verkehrswege. Allein deren Instandsetzung dürfte nach Einschätzung des Inselrats auf Mallorca rund 23 Millionen Euro kosten. Präferenz bei den Arbeiten hat die Ausbesserung der Ma-12 von Artà nach Colònia de Sant Pere, der Ma-4023 von Son Servera nach Porto Cristo, der Ma-3031 von Artà nach s'Era de Pula und der Ma-4042 von Artà nach Canyamel.

Video: Regenflut spült Landstraße weg

Dahinter folgen Anlagen der Landesregierung, der Schaden an diesen wird auf 31,56 Millionen Euro geschätzt. Dies betrifft zum einen die Sturzbäche selbst, die über die Ufer getreten waren und nun instandgesetzt werden müssen, aber auch zum kleineren Teil Schäden an Schulen und am Transportsystem im Katastrophengebiet.

Rund 19,1 Millionen Euro wiederum müssen Privatleute in Folge der Schäden an Häusern und Einrichtung sowie an Fahrzeugen schultern. Zahlreiche Pkw wurden von den Fluten mitgerissen, viele Möbel und Elektrogeräte mussten entsorgt werden.

Die restlichen Schäden entfallen auf Unternehmen, seien es Hotel-, Industrie- oder landwirtschaftliche Betriebe.

Hintergrund: Wetterbehörde prüft, ob Fehler begangen wurden

Soforthilfen der Landesregierung

Die betroffenen Anwohner können ab Montag (22.10.) Hilfen bei der Landesregierung beantragen. Insgesamt haben knapp 300 Haushalte ein Anrecht auf die öffentlichen Rettungsgelder. 46 Prozent dieser Häuser gelten als "völlig ­zerstört", die Familien erhalten auf direktem Wege je 5.500 Euro. Die Bewohner der nur teilweise zerstörten Wohnhäuser erhalten 4.000 Euro. Sie sollen garantieren, dass die Famiilen zumindest grundlegende Anschaffungen machen können. Mittelfristig sollen die betroffenen Haushalte je bis zu 60.000 Euro Unterstützung bekommen, wie die Landesregierung bereits am Donnerstag (18.10.) beschloss. Für kleinere Reparaturen stehen dann auch bis zu 8.000 Euro pro Haushalt bereit.Wer seinen Pkw in den Fluten verloren hat, kann mittelfristig bis zu 6.000 Euro Schadensersatz bekommen. Familien, deren Angehörige bei der Flut ums Leben kamen, stehen 32.000 Euro zu. Hinzu kommen Hilfen durch die Zentralregierung, nachdem die Gegend um Sant Llorenç zum Katastrophengebiet erklärt wurde, sowie die Zahlungen durch Versicherungen.

Einsatzkräfte und Freiwillige schafften rund 4.050 Tonnen Schlamm, Schutt und Unrat aus den betroffenen Orten. Ebenfalls den Wassermassen zum Opfer gefallen sind mehr als 400 Autos. Der Regen überflutete rund 133 Hektar Land und riss neben Vegetation Hunderte von Nutz- und Wildtieren mit sich. /ff

Lesen Sie hier weiter: Gemeinsam stark - so solidarisch ist Mallorca nach der Flutkatastrophe

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