28. Oktober 2018
28.10.2018

So soll die Promenade von Palma de Mallorca einmal aussehen

Zwei Architekten, die bereits für die Sanierung von Palmas Stadtmauer verantwortlich sind, gewinnen die Ausschreibung zur Umgestaltung des Paseo Marítimo. Fußgänger können sich freuen - Autofahrer eher nicht

28.10.2018 | 01:00

Die Zukunft der langen Promenade Avinguda de Gabriel Roca, die sich von Palma de Mallorcas Kathedrale bis zum Hafen von Portopí zieht, liegt in den Händen zweier renommierter Architekten. Der Ibizenker Elías Torres und der Katalane José Antonio Martínez – Träger des spanischen Architekturpreises – haben bei der Ausschreibung um die Neugestaltung Palmas Paseo Marítimo die Entscheidungsträger der spanischen Hafenbehörde überzeugt. Ein Boulevard mit mehr als 2.000 Bäumen soll entstehen, an dem dem Verkehr weniger Platz eingeräumt wird als bisher und bei dem das Augenmerk auf mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer gerichtet ist. Voraussichtliche Umsetzungskosten: rund 20 Millionen Euro.

Der Vorschlag von Torres und Martínez stellt einen belaubten Spazierweg dar, der von 1.470 Bäumen und 780 Palmen in üppigen Beeten gesäumt ist und alle hundert Meter Überwege vorsieht, damit die Fußgänger die parallel verlaufende Fahrbahn immer wieder bequem überqueren können. Auch der direkte Zugang von der Hafenpromenade zu den etwas höher gelegenen Vierteln El Terreno und Es Jonquet soll ausgebaut werden.

Ein Großteil der Parkplätze von der Seeseite soll auf die Stadtseite wandern, um so das Flanieren am Meer entlang angenehmer zu gestalten. Um den Autoverkehr räumlich von den Fußgängern abzutrennen, schweben Torres und Martínez zweieinhalb Meter breite Blumenbeete vor, an denen zusätzlich Radwege entlangführen. Auch auf der Stadtseite soll das Schlendern für Passanten angenehmer werden. Die Architekten haben sieben bis zehn Meter breite Gehwege vorgesehen, an denen auch kleine Café-Terrassen angesiedelt werden können. Die bereits bestehenden Palmen sollen erhalten bleiben.

Umgestaltet wird auf einer Fläche von knapp 150.000 Quadratmetern ab der Avinguda Argentina bis Portopí. Der Zugang zum dortigen Einkaufszentrum direkt von der Promenade aus wird weiter erhalten bleiben.

Innerhalb der nächsten fünf Monate sollen die Entwürfe der Architekten in ein konkretes Bauprojekt umgewandelt werden, das dann öffentlich ausgeschrieben wird. Geplant ist, dass die Arbeiten Ende 2019 beginnen können, so Joan Gual de Torrella, Vorsitzender der Hafenbehörde auf den Balearen, bei der Bekanntgabe des Entwurfs. Innerhalb von etwa sechs Monaten könnten die Umbaumaßnahmen abgeschlossen werden.

Palmas Bürgermeister Antoni Noguera begrüßte die Entscheidung. Elías Torres und sein Partner Martínez haben ihr Können in Palma bereits bewiesen. Sie zeichnen auch für die Gestaltung des Kulturzentrums Ses Voltes und die Sanierung der Stadtmauer sowie ihrem südöstlichen Ende, dem Bollwerk Baluard del Príncep, verantwortlich, das unmittelbar neben dem Paseo Marítimo seit der Neugestaltung vor wenigen Jahren wieder mehr Stadtbummler anzieht.

Autofahrer dürften vom Gewinnerprojekt nicht so angetan sein – in beiden Fahrtrichtungen soll die vielbefahrene Avinguda de Gabriel Roca um je eine Verkehrsspur verkleinert werden. Nur an den Zufahrten zum Carrer Monsenyor Palmer und zum Carrer Andrea Doria wird der bisherige Mittelstreifen zu einer dritten Fahrspur ausgebaut, um zu vermeiden, dass die Abbieger längere Staus verursachen. Dass trotzdem in den Stoßzeiten mit zäherem Verkehrsfluss als bisher zu rechnen ist, streitet auch Hafenbehördenleiter Gual de Torrella nicht ab. Man habe jedoch mit dem Rathaus Rücksprache gehalten und sei zu dem Schluss gekommen, dass die Einschränkungen „akzeptabel" seien. Zugunsten der Flanierfreundlichkeit wird zudem auf 40 Prozent der bisherigen Parkplätze zwischen dem Auditorium und der Avenida Argentina verzichtet. Von 307 sollen nur 183 übrig bleiben. Ob als Ausgleich das lange geplante Parkhaus bei der Fischbörse tatsächlich realisiert wird, dürfte sich erst im Frühjahr 2019 entscheiden – Anwohner und Architektenvereinigungen sind dagegen. /somo

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