02. November 2018
02.11.2018

Eine halbe Million Euro für den Inselosten, um die Torrents zu reinigen

Sowohl Landesregierung als auch Inselrat senden weitere Millionen an die von der Flutkatastrophe beschädigten Gemeinden im Inselosten. Das stößt bei anderen Dörfern nicht nur auf positive Rückmeldungen

02.11.2018 | 16:08
Bild von den Aufräumarbeiten in Sant Llorenç

Die balearische Landesregierung will den Flussbetten der Sturzbäche, die bei dem schweren Unwetter am 9. Oktober zu tödlichen Fluten anschwollen und 13 Menschen in den Tod rissen, gründlich reinigen lassen. Eine halbe Million Euro schickt die Verwaltung daher in den Inselosten, der sich noch immer nicht gänzlich von der Tragödie erholt hat.

Wie das balearische Umweltministerium am Freitag (2.11.) bekannt gab, soll das Geld auch für die Beseitigung großer Schrottteile auf den Feldern im Katastrophengebiet genutzt werden. Noch immer sind zahlreiche von den Fluten zerstörte Fahrzeuge oder Baumaterialien über die Landschaft verteilt, die wegen ihrer Größe oder ihres Gewichts nur von Spezialisten beseitigt werden können.

Auch der Inselrat von Mallorca hatte vergangene Woche entschieden, 30 Prozent des Budgets für Bauplanung an die betroffenen Gemeinden im Inselosten zu übermitteln - ganz zum Missfallen der Bürgermeister anderer Gemeinden. Zwar beteuerten alle befragten Gemeindeoberhäupter im Gespräch mit MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" ihre "100-prozentige Solidarität" mit den Betroffenen. Gleichzeitig würde das Geld aber an anderen Stellen fehlen.

"Das System ist überhaupt nicht solidarisch, denn die kleinen Gemeinden sind gezwungenermaßen solidarischer als die größeren", so die Bürgermeisterin von Algaida, Maria Antònia Mulet und beschwert sich zudem darüber, dass sie nur über die Presse erfahren habe, dass der Inselrat 30 Prozent des Geldes an fünf Gemeinden verteilen will. Dem stimmt Francisca Mora, Bürgermeisterin von Porreres, zu. "Wir stehen den betroffenen Gemeinden bei, für alles was sie brauchen. Aber ich finde es nicht gut, dass Inselratspräsident Miguel Ensenyat auf Kosten der mallorquinischen Dörfer seine Solidaritätskampagne fährt und Entscheidungen trifft, ohne uns darüber zu unterrichten."

Mateu Ferrà, Bürgermeister von Banyalbufar schlägt derweil vor, einen Teil der Touristensteuer in einen Fond zu tun, auf den im Fall einer Naturkatastrophe zurückgegriffen werden könne. "Für ein kleines Dorf sind 30 Prozent weniger Einnahmen viel Geld", findet er und bekommt Zustimmung von seinem Kollegen aus Lloret de Vistalegre, Toni Bennàsar. /somo

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