25. Oktober 2019
25.10.2019

"Historischer Tag" oder "Spektakel": So denkt Mallorca über die Franco-Umbettung

Der Diktator wurde am Donnerstag (24.10.) aus dem Grabin seinem gigantischen Mausoleum geholt

25.10.2019 | 10:01
Francos sterbliche Überreste werden umgebettet.

Die Umbettung des Diktators Francisco Franco am Donnerstag (24.10.) ist auch auf Mallorca auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während die regierenden Sozialisten von einem historischen Tag sprechen, mit dem den Opfern des Regimes ein Stück Würde zurückgegeben werde, gab es Kritik sowohl von Opferverbänden, als auch aus dem rechtskonservativen Lager.

"Die Umbettung wurde zur öffentlichen Würdigung eines Diktators", kritisiert Maria Antònia Oliver, Sprecherin der Vereinigung Memòria de Mallorca. Man habe zugelassen, dass Franco-Anhänger den Diktator hochleben ließen. Speziell monierte Oliver eine militärische Flagge auf dem Sarg. Auch wenn die Vereinigung die Umbettung begrüßt, stellt sie die Form sowie auch das Datum in Frage - Spanien steht kurz vor einem neuen Wahlkampf. "Nach 44 Jahren hätte man zwei Wochen länger warten können."

Die sozialistische Ministerpräsidentin Francina Armengol gedachte in einem Tweet der Opfer des Franco-Regimes. Nach diesem historischen Tag sei es nun wichtig, den Verbleib der weiterhin anonym verscharrten Opfer zu klären.

Vertreter der konservativen Volkspartei PP sowie der rechtsliberalen Ciudadanos warfen Spanien-Premier Pedro Sánchez vor, mit der Aktion von den eigentlichen Problemen Spaniens abzulenken. Die Arbeitslosigkeit nehme zu, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes müsse gestärkt werden.

Die Rechtspartei Vox unterdessen kritisierte die Umbettung als "Spektakel". Man solle die Vergangenheit ruhen lassen und sich lieber um das Problem des Separatismus in Katalonien kümmern.

Die sterblichen Überreste von Franco waren am Donnerstag in seinem gigantischen Mausoleum aus dem Grab geholt worden. Mit einem Hubschrauber wurden die Gebeine zu einem Friedhof am Nordrand von Madrid geflogen und dort im Familienkreis bestattet. Die Umbettung war von der sozialistischen Regierung in Spanien beschlossen worden, weil die gewaltige Grabstätte bislang nicht nur eine Touristenattraktion, sondern auch ein Pilgerort für rechtsextreme Anhänger des Franco-Regimes war. Dennoch galt die Exhumierung lange als unvorstellbar.  /ff

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