13. November 2020
13.11.2020
Mallorca Zeitung

Manacor fühlt sich im Lockdown "allein gelassen"

Der Bürgermeister von Mallorcas zweitgrößter Stadt, die derzeit wegen Corona von der Außenwelt abgeriegelt ist, hat das autoritäre Vorgehen der Balearen-Regierung kritisiert

13.11.2020 | 10:32
Die Ortspolizei hat viel zu tun, um die Ein- und Ausfahrten der Sperrzone zu kontrollieren

Der Bürgermeister von Manacor, Miquel Oliver (Més), fühlt sich im aktuellen lokalen Lockdown der zweitgrößten Stadt von Mallorca zu wenig von der Balearen-Regierung unterstützt. "Sie haben uns in dieser Situation allein gelassen", kritisierte er am Donnerstag (12.11.) öffentlich. "Es kann nicht sein, dass etwas aus der Ferne bestimmt wird, ohne die Behörden vor Ort einzubinden."

Zwar stelle er die auferlegten Restriktionen, die in Mallorcas zweitgrößter Stadt wegen der hohen Corona-Infektionsrate angewandt werden, in keiner Weise infrage, betonte Oliver. Als "wenig effektiv" sehe er nur die hohe Priorität der Balearen-Regierung, die Stadt von der Außenwelt abzuriegeln. Das Problem sei, dass die Ortspolizei über viel zu wenig Personal verfüge, um die Einhaltung aller Maßnahmen gewissenhaft kontrollieren zu können.

Bis zur Aufhebung des lokalen Lockdowns am 26. November dürfen nur Menschen aus Manacor heraus oder in die Stadt hinein fahren, die triftige Gründe - beispielsweise wegen ihres Berufs - haben. "Es gibt insgesamt 36 Möglichkeiten, in den Sperrbezirk hinein oder aus ihm heraus zu fahren, hinzu kommt der Zug", so der Bürgermeister. Aufgrund des Personalmangels angesichts dieser Sondersituation sei es den Polizeibeamten nur möglich, die Priorität auf sechs Ein- und Ausfahrtspunkte zu legen. Der Bürgermeister hingegen hätte es lieber gesehen, wenn die Sicherheitskräfte ihre Energie vor allem darauf verwendeten, die Einhaltung der Hygienemaßnahmen innerhalb der Stadt zu kontrollieren.

Nicht nur personell wünscht sich das Rathaus mehr Unterstützung, sondern auch finanziell. Es müssten Gelder fließen, um die lokale Wirtschaft zu entschädigen, die am meisten unter der Abriegelung leidet, so Oliver. Gleichzeitig lobte er die Disziplin der Bürger und der medizinischen Fachkräfte. Dass ihr Bemühen Wirkung zeigt, verdeutlichte die Zahl der Corona-Neuinfektionen, die seit Ausrufung des Lockdowns inzwischen gesunken ist. Man hoffe, dass die Abriegelung der Stadt möglicherweise schon vor dem 26. November aufgehoben werden könne. /somo

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