12. Mai 2021
12.05.2021
Mallorca Zeitung

Richter lehnt Kaufangebot für Perlenfabrik auf Mallorca ab

Die Zukunft des insolventen Unternehmens Majorica in Manacor hängt weiter in der Schwebe

12.05.2021 | 11:26
Die Tore von Majorica auf Mallorca bleiben bis auf Weiteres geschlossen

Der geplante Verkauf der alten Perlenfabrik Majorica in Manacor ist ins Stocken geraten. Ein Gericht in Palma de Mallorca hat das Angebot des Insolvenzverwalters zurückgewiesen, der einen Direktverkauf der Firma an das französische Unternehmen Majolaperla vorgeschlagen hatte. Majolaperla, dessen Besitzer Gregorie Agustin Bontoux-Halle auch Großaktionär bei Carrefour ist, bietet knapp 10 Millionen Euro für den Erwerb der insolventen Fabrik. Damit könnten zwar die Schulden an die Gläubiger abbezahlt, aber nur ein Drittel des Personals gehalten werden. 181 der aktuell 279 Angestellten würden ihre Arbeit verlieren.

Insgesamt fünf Unternehmen hatten ihr Interesse an Majorica bekundet. Sie alle sind ebenfalls auf die Perlen- oder Schmuckfabrikation spezialisiert. Einige schlugen vor, die Schulden in Raten zurückzuzahlen - was der Insolvenzverwalter und das Gericht ablehnten. Majolaperla machte wirtschaftlich gesehen zwar das beste Angebot und überzeugte im März den Insolvenzverwalter. Der mit dem Aufkauf durch Majolaperla einhergehende immense Personalabbau hielt die Richter nun aber davon ab, dem Kauf zuzustimmen. Gerade in der aktuellen Situation, in der der Staat im ganzen Land durch die Kurzarbeitsgelder enormen finanziellen Aufwand betreibe, um Anstellungen zu halten und Unternehmen den wirtschaftlichen Fortbestand zu ermöglichen, sei es entscheidend, dass auch die Privatwirtschaft Willen zeige, Arbeitsplätze zu erhalten. Das sei im Fall von Majolaperla nicht ausreichend gegeben. Man wolle nun nach anderen Lösungen für Majorica suchen. Konkret sollen die fünf bietenden Unternehmen die Chance bekommen, ihre Angebote zu verbessern und erneut einzureichen.

Das Traditionsunternehmen Majorica, das auf die Produktion von Imitationsperlen spezialisiert ist und im Jahr 1902 vom deutschen Unternehmer Eduard Friedrich Hugo Heusch aus Aachen gegründet wurde, hatte Ende Oktober 2020 Insolvenz angemeldet. Die Mitarbeiter befinden sich momentan alle in Kurzarbeit, sind also von der Arbeit freigestellt oder nur wenige Stunden beschäftigt. /somo

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