407 Hausbesetzungen hat das spanische Innenministerium zwischen Januar und September 2021 auf Mallorca und den Nachbarinseln registriert. Das ist ein Anstieg von 73,9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr zuvor. Spanienweit sind die Hausbesetzungen in den ersten drei Quartalen 2021 lediglich um 18 Prozent angestiegen. Insgesamt wurden 13.389 Fälle gezählt.

Die meisten Besetzungen gab es dabei in Katalonien mit 5.689 Fällen und damit bereits 42 Prozent der Gesamtzahl Spaniens. In der autonomen Region Madrid waren es dagegen nur 1.282 Hausbesetzungen. In Andalusien wurden 1.994 Fälle registriert. Insgesamt wuchsen die Hausbesetzungen in den zurückliegenden fünf Jahren spanienweit um 68 Prozent an, sprich weniger als auf den Balearen innerhalb eines Jahres. Nur in Murcia (69,6 Prozent) und in Castilla-León (62,6 Prozent) wurden ähnliche Anstiege verzeichnet.

Schuld an der starken Zunahme der Besetzungen dürfte speziell auf den Balearen die Corona-Pandemie und die dadurch bedingte Wirtschaftskrise sein. Tausende von Menschen auf Mallorca und den anderen Inseln verloren ihre Arbeit und konnten sich nur dank der Kurzarbeiter-Regelung ERTE einigermaßen über Wasser halten. Für die immer weiter steigenden Mieten auf den Balearen reichte es in vielen Fällen aber nicht mehr.

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Die meisten Besetzungen werden in Privatwohnungen und -häusern verzeichnet, worunter auch leerstehende Immobilien von Banken fallen. Allerdings sind auf den Inseln auch etliche Immobilien der öffentlichen Wohnungsgesellschaft Ibavi besetzt worden. /jk